Anthony Stowe ist als Polizist auf der Jagd nach seinem ehemaligen Partner Gabriel Callaghan, welcher zu einer wichtigen Person in der Verbrecherszene avanciert ist. Stowe kämpft aber auch gegen persönliche Probleme wie Drogenabhängigkeit, Streit mit seiner Ehefrau oder dauernde Auseinandersetzungen mit Kollegen. Eines Tages tappt er in eine Falle von Callaghan, wird schwer verletzt und fällt für mehrere Monate ins Koma. Als er aufwacht muss er zuerst einmal mit den Folgeschäden klarkommen, um dann sein Leben wieder auf die richtige Bahn zu bringen.
Mit den neuen Filmen unseres Lieblingsbelgiershab ich so langsam meine Probleme. Klar, seine darstellerischen Fähigkeiten sind deutlich verbessert, dafür fährt er seinen Actionanteil zusehends herunter. Mit nahe 50 erwarte ich ja keinen Spagat oder High Kicks mehr, aber der zunehmende Anteil an Dramaelementen muß wegen mir nicht sein, dafür gibt es ja genügend etablierte Charakterdarsteller.
So spröde und unnahbar wie seine Figur kommt auch until Death daher. Der abgewrackte Cop Anthony geht sich und seiner Umwelt gewaltig auf den Sack. Er säuft, ist ein Junkie, haut Kollegen rücksichtslos in die Pfanne, geht fremd (seine Alte aber genau so), steht kurz vor der Scheidung und ist generell derjenige, dessen Foto man im Wörterbuch neben dem Begriff Arschloch abdrucken könnte. Da ist er aber in guter Gesellschaft mit dem Rest des Casts, in dem wirklich niemand so etwas wie Sympathie ausstrahlt. Durch seinen Koma-Einsatz versucht Stowe zwar den Character Turn zum reumütigen Gutmenschen ist zwar interessant dargestellt, aber Seagal hat das in Hard to Kill deutlich spannender hinbekommen.
Viel Zeit vertrödelt der Film mit der Beziehung zu seiner Frau, die ja auch keine Heilige ist und Fremdschmust und sogar vom neuen Lover schwanger geht. Für den halbwegigen Wiederaufbau der Beziehung gehen große Teile der Laufzeit drauf, was natürlich andererseits auf der Seite fehlt weswegen man (oder zumindest ein Sturkopf wie ich) sich gemeinhin einen JCVD Streifen anschaut. In Sachen Tempo und Spannung wird komplett auf Shootouts gesetzt. Martial Arts kommt gar nicht vor und die wenigen Waffeneinlagen sind bis auf den mexican standoff am Ende zwar sehr blutig und auch gallig gehalten, aber dafür wenig zahlreich vertreten. Ich kann mir jedenfalls gut vorstellen das Until Death in Van Damme Fankreisen nicht nur Jubel auslöst.
5/10