Review

"Das bedeutet, keine Spielchen … Sie müssen wollen, dass ich es mache. Es muss zu meinen Bedingungen geschehen, und ich meine nicht finanziell. Ich meine Kontrolle.(...) Eines Tages erhielt ich ein Telegramm von ihnen (den Salkinds), in dem sie mir mitteilten, dass meine Dienste nicht mehr benötigt würden und mein lieber Freund Richard Lester übernehmen würde. Bis heute habe ich nichts mehr von ihnen gehört.

~ Richard Donner

"Ich habe großen Respekt vor [Lester]. Freundschaft ist wichtiger als alles andere. Und Dick [Donner] brachte mich in den Film, und meine Loyalität galt Dick, und ich konnte nicht glauben, dass sie ihn gefeuert haben.

~ Tom Mankiewicz

Die ursprünglich geplante Handhabe der back-to-back Dreharbeiten, also dem fließenden Übergang von einem Shot zum nächsten zerschlug sich schnell, aufgrund der Verneinung der Schauspieler auch; Donner berichtete eingangs, dass die Gesamtkosten beider Filme ca. 50 Millionen Dollar betragen würde, wovon Teil I 25 Millionen und 35 Millionen Dollar liegen würden, später wurden die Negativkosten beider Filme auf 100 Millionen Dollar taxiert, was dem Projekt vorübergehend auch auf einen Stopp erzwang. Während Regisseur Richard Donner einige Szenen für das Sequel drehte, musste die Produktion letztendlich aufgrund von Finanzierungsmangel eingestellt werden. Laut Drehbuchautor David Newman verbrachten er, Leslie Newman und die Produzenten den Sommer 1979 mit der Überarbeitung des Drehbuchs, so wurde Marlon Brando als „Jor-El“ weggelassen und eine frühe Szene hinzugefügt, in der Superman eine in den Eiffelturm eingebaute nukleare Vorrichtung zerstörte, wodurch die „Phantomzone“ zertrümmert wurde, um das Auftreten der kryptonischen Bösewichte zu erklären. Am 15. August 1979 berichtete Variety, dass Marlon Brando aus der Fortsetzung gestrichen wurde, weil die Produzenten sich weigerten, dem Schauspieler „einen Prozentsatz der Nettogewinne“ zu zahlen, was die Bedingungen seines Vertrags für den ersten Superman-Film gewesen waren. Später vermeldete ein Artikel der Los Angeles Times Ende Mai 1980, dass Reeves wachsende Beliebtheit es für die Salkinds unnötig machte, sich ausschließlich auf Brandos Star-Power zu verlassen, um Gewinne an der Kinokasse zu erzielen; eine mit Vorsicht zu genießende Annahme. Die Dreharbeiten begannen August 1979 in den Pinewood Studios in London, England, und liefen bis Mitte Dezember des Jahres, zwei entscheidende Männer der Crew erlebten die Produktion nicht mehr, John Barry und Geoffrey Unsworth starben eines natürlichen Todes, was ihre einspringenden Nachfolger Peter Murton bzw. Bob Paynter zu einer Anpassung an ihre Vorgänger 'zwang', wenn man den Look beibehalten wollte. Zusätzlich wurde Regisseur Donner entlassen, und zusätzlich mussten Szenen, die als neues Filmmaterial für die Fortsetzung im Oktober 1979 gedreht wurden, mit dem ursprünglich im Mai 1977 gefilmten Material übereinstimmen mussten. Ein Unding:

Vor der Zerstörung Kryptons werden die Verbrecher General Zod [ Terence Stamp ], seine Gemahlin Ursa [ Sarah Douglas ] und Non [ Jack O'Halloran ] zur Verbannung in die Phantomzone verurteilt. Jahre später wird die Phantomzone in der Nähe der Erde durch die Druckwelle einer von Superman von der Erde abgeworfenen Wasserstoffbombe zerstört. Die drei Verbrecher werden befreit und erhalten durch das gelbe Licht der Sonne Superkräfte. Nachdem sie auf dem Mond gelandet sind und mühelos ein Team von Astronauten getötet haben, die dort forschen, setzen sie ihre Reise zur Erde fort, um den Planeten zu erobern. Der Daily Planet unter Führung von Perry White [ Jackie Cooper ] schickt den Journalisten Clark Kent [ Christopher Reeve ] – dessen geheime Identität Superman ist – und seine Kollegin Lois Lane [ Margot Kidder ] zu den Niagarafällen, um dort mysteriösen Vorfällen nachzugehen. Lois vermutet, dass Clark und Superman dieselbe Person sind, nachdem Clark abwesend ist, als Superman ein Kind rettet. Währenddessen schließt Lex Luthor [ Gene Hackman ] samt seinem Assistenten Otis [ Ned Beatty ] einen Pakt mit den drei kryptonischen Kriminellen, um Superman zu vernichten.

Gewidmet an Christopher Reeve selber, eine Rückschau auf den Eisplaneten Krypton, ein Überblick auf die Struktur, der Gerichtsprozess, der schon den Ersten Teil einleitete, die Anklage durch Jor-El, der Monolog von Brando in abgekürzter From, seine letztliche Entscheidung über die Verbannung, die Drohung von General Zod, "You will kneel down before me.", das Schreien der auf Ewigkeit Gefangenen, die Reise von Kal-El zur Erde, die ersten Minuten von damals in der Zusammenfassung. So beginnt der Schnitt von Richard Donner, dessen Version, "Mind over Muscle", auch die unfreiwillige Befreiung der Verbannten wird anders ausgelöst, nicht durch den Plot von Alistair MacLean, die Geiselnahme am Pariser Eiffelturm, sondern eine andere Explosion im Weltall hier.

Eine nachträglich rehabilitierte Version der Geschichte, zwei unterschiedliche und zwei unterschiedliche vorgehende Regisseure, zwei unterschiedliche Filme, die Titelmelodie von John Williams bleibt natürlich gleich, die Fanfare, das Orchestrale. Eröffnet wird mit einem Blick auf Metropolis, auf den 'Daily Planet', die Zeitungsredaktion im Vordergrund, die erste Andeutung der Gleichheit zwischen Kent und Superman, die Lane jetzt auffällt, durch eine kleine Geste, die verschränkten Arme, das Beschützen und Festhalten von sich selber. Eine Besprechung steht an, der Chefredakteur ruft, eine Aufklärung an den Niagarafällen steht an, die Aufdeckung einer Betrugsmasche dort in den Hochzeitshotels, Kent und Lane sollen als Pärchen dort posieren; sie stellt ihn hier schon auf die Probe, nicht erst im Wasserfall.

Geheimnisse werden hier gemacht und aufgedeckt, Erklärungen nachgereicht, der Slapstick der Anfangsszenen von Lester weggelassen, manche haben dort funktioniert, die meisten nicht. Inhaltlich gleichen sich die Filme zuweilen, natürlich, von der Handlung her, dem geplanten Vollzug der Rache an dem Sohn von Jor-El, die Tötung der Astronauten, das Abschnüren der Luftzufuhr, die Zerstörung der Sonde, das Zerquetschen eines der Menschen, im Metall zugedrückt, eine erste Machtdemonstration, ein letzter Hilferuf an Houston. Gänzlich auf Humor verzichtet Donner im Übrigen auch nicht, er bedient beide Seiten, die Unterhaltung und das Ernsthafte, er arbeitet auch mit Klamauk, so ist es nicht. Entsprechend identisch sind manche der Einstellungen, die Flucht aus dem Gefängnis von Luthor zum Beispiel, erweitert, zumeist allerdings, dafür anderen Szenen weggelassen, die Schnittfassung hat mehr von Hackman, welcher im anderen Cut wie nachträglich eingefügt wirkt, wie als Cameo dar gehalten. Die Bauten (trotz des Todes) von John Barry bleiben beeindruckend, der Nachbau von Krypton am Nordpol, eine Nachstellung der Heimat, die man selber kaum gesehen hat, ein Sehnsuchtsort, den man selber nur für wenige Tage bewohnt hat, ein Rückzug vor der hiesigen Welt. Projektionen werden gezeichnet, Weisheiten, die Geschichte vorangebracht, statt von einem Punkt zum anderen gesprungen, später auch die kriminelle Vereinigung geplant statt wie Zufälligkeit gereicht.

Die Beziehung zwischen Kent und Lane bleibt hier meist beruflich, privat ist das eher ein Neid, eine Eifersucht des 'einen' Mannes auf den 'anderen', die Frau ermuntert den Kollegen, hat aber selber keine Gefühle für ihn und betrachtet ihn auch nicht als 'Gefahr', sie tritt fast nackt, nur mit Handtuch bekleidet vor ihm auf, sie testet ihn auf eine andere, eine gefährliche Art und Weise, "Gotcha". Eine Entdeckung, die sich gleicht, eine Intimität, die ausgenutzt wird von den Verbrechern, die erste Zerstörung auf der Erde zu erreichen, noch in der Provinz, später in der Großstadt, das Benutzen und Missbrauchen der neu erworbenen Kräfte, des Brechen eines Armes, eine Kleinstadt in Gefahr, das Töten eines Kindes, welches auf seinem Pferd Hilfe holen will; eine Diskrepanz im ansonsten bunten Entertainment, später auch der Angriff im Weißen Haus mit mehr Brutalität gehandhabt, mit Mord und Totschlag, da noch unblutig, aber deutlich im Ausdruck gehalten. Die mittelamerikanische Stadt als erster Schauplatz einer Auseinandersetzung mit dem Militär, Autostunts und Explosionen werden geboten, Häuser in Brand gesetzt, die Armee rückt mit Gewehren und Raketenbeschuss an, Hubschrauber stürzen in Scheunen und bringen sie zum Explodieren; während woanders eine Privatsphäre ausgelebt wird, eine Pause vom Weltgeschehen, Gefühle über Diensten, ein Zwiegespräch mit dem Vater, die Liebe zu einer Person als Schwäche, als vollständige Anpassung an das Menschsein, die Seele über das Körperliche, das Innere über das Äußere, die Emotionen hier als Achillesferse, vom Vater nicht befürwortet, aber hingenommen, mit strengem Blick.

Reeve bekommt hier wie dort nur eine Chance zum Schauspiel, im verletzt sein im Diner, im blutigen Sturz in eine Glasscheibe, von hinten niedergeschlagen von einem Rüpel, unfähig der Gegenwehr. Seinen Gefühlen freien Lauf gelassen, die Warnung, die er gehört hat, ausgeschlagen zugunsten seines Herzes, der Verstand kurz ausgesetzt, eine menschliche Regung; es wird ihm in diesem Sinne nicht noch einmal passieren. Er brauchte seine Kräfte für die Rettung der Welt, von Amerika zuerst, ein unfaires Gefecht auch, Drei gegen Einen, Einer allein gegen die Welt. Eine gewisse Tragik und Hilflosigkeit liegt über dem Film, dem Werk selber, aber auch der Produktion, "I failed." als die selbst geäußerte Zusammenfassung, ein Mann am Ende seines bisherigen Lebens hier. Eine zweite Chance wird ihm geschenkt, im Film und dem Film, im Gegenzug aber ein Abschied auch genommen, von seiner Liebe und von seinen Lieben, ein Einzelkämpfer wieder, wie vorher und wie später auch, ein einsamer Mann. Einem Erdbeben gleich ist die Bedrohung, der 'Daily Planet' verwüstet, das Glas splittert, eine Gegenwehr zwecklos, Anwesende verletzt, zur Ohnmächtigkeit geschlagen teilweise, die Menschen auf der Flucht, eine Panik ausgebrochen, ein Durchmarsch durch die Massen. Nur der Beginn einer ausgesprochenen Zerstörungsorgie in den Straßen über und von Metropolis, die Freiheitsstatue wird beschädigt, Gerüste fallen herab, ein halbes Dutzend Autos gehen in Flammen auf, zwischen der Bevölkerung geparkt, ein Kampf bis in die Kanalisation hinein, die Polizei am Versuchen des Schutzes des Umherstehenden, Großfahrzeuge werden wie Spielzeuge durch die Gegend geworfen und gewirbelt; eine Action-Demonstration.









Details
Ähnliche Filme