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Mit "Ju-On" trat Regisseur Takashi Shimizu eine Erfolgswelle los, die er wohl selber nie für möglich gehalten hätte. Und das nicht ohne Grund. Die gruselige Geisterreihe, die hierzulande vor allem durch seine japanischen "Ju-On - The Grudge"-Remakes bekannt wurde, gehört ohne Frage zu den furchteinflößendsten Japan-Schocker aller Zeiten und das obwohl es Storymäßig kaum etwas Sonderliches zu berichten gab. Es waren einfach die eklatant perfekt gesetzten Schockeffekte, die vielen Filmfreunden die Haare zu Berge stehen ließ. Logisch das da auch Amerika, mit einer glattgebügelten US-Version, nachziehen musste, die allerdings, aufgrund des gleichen Regisseurs, ebenfalls prima funktionierte und Platz 1 in den amerikanischen Kinocharts eroberte. Noch logischer, dass es darauf hin auch davon ein Sequel geben muss. Hier ist es nun und es funktioniert alles in allem immer noch, auch wenn der Film damit zu kämpfen hat, dass die Reihe eigentlich so langsam abgefressen ist.

Storymäßig gibt es dabei natürlich auch hier wieder nicht allzu viel zu berichten. Die Geschichte des US-Remakes wurde soweit sauber weiter gesponnen und erzählt die Story der Schwester von Karen, Aubrey, die in Tokio auf die Suche nach ihr geht, als sie hört, dass Karen dort in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Als sie ihre Schwester findet, stürzt diese kurz darauf in den Tod und Aubrey macht sich nun daran die Hintergründe zu erfahren, die wieder einmal zu dem merkwürdigen Haus führen, welches verflucht sein soll. Auf der anderen Seite des Erdball macht sich indes ein kleiner Junge daran, die Merkwürdigkeiten in seiner Nachbarwohnung zu ergründen. Und auch er bekommt es schon bald mit mordlüsternden Geistern zu tun... Es ist nicht wirklich viel was in der Geschichte zu "Der Fluch 2" steckt, doch das Vorhandene ist alles in allem gut zu gebrauchen, zumindest für einen Fast-Food-Horrorfilm für zwischendurch. Es gibt einige spannende Szenarios, ein paar nette Wendungen, sowie eine Geistererscheinung nach der Anderen. Logisch ist das Ganze dabei natürlich eher selten bis gar nicht, doch das verlangt hier sicher auch kaum jemand. Hauptsache es gibt wieder einmal Schocks und Atmosphäre satt.

Und in diesen beiden Punkten hat auch dieser "The Grudge"-Streifen wieder einiges zu bieten. Wie schon bei allen anderen Filmen der Reihe sitzen auch hier die Schockeffekte wieder 1A. Da gibt es Geister die aus Spiegeln kommen, Geister die sich aus Bildern erstrecken, das allseits bekannte blasse Geisterkind und natürlich Kayako Saeki, die auch hier wieder von Darstellerin Takako Fuji schockierend in Szene gesetzt wurde. Für Profis mögen die meisten Erschreckerlis zwar vorhersehbar sein, doch das ist nach so vielen Filmen dieser Art auch kaum noch zu vermeiden. Anfänger könnten sich dagegen wieder ein ums andere Mal in die Hose machen.

Dafür sorgt zudem auch die Atmosphäre, die hier schön schauderhaft ausgefallen ist, was vor allem wieder an der schön fahlen Ausleuchtung des Films, sowie der gelungenen Kulissenauswahl liegt. Vor allem das Gruselhaus hat es wieder in sich. Dazu ein schön marodes Mieterhaus in den Staaten, dass allein schon durch seine langen Korridore gespenstisch wirkt. Und wenn dann auch noch die Soundingenieure ihre Arbeit machen und allerlei Soundeffekte, wie Schreie, Klopfen, Flüstern, Rennen und Gepolter durch den ganzen Kinosaal scheuchen, ja dann ist bei zart beseiteten Horrorfreunden auch dieses mal wieder schaurig schönes Bibbern garantiert.

Dennoch kommt man aber nicht umhin, die Innovationslosigkeit der Macher anzuprangern, denn alles in allem gleicht sich "Der Fluch 2" zu seinen japanischen und amerikanischem Vorgänger doch ziemlich stark. Die Geister und Schockeffekte kommen allesamt auf äußerst ähnlichen Pfaden herüber, was halt vor allem bei kennenden Horrorfreunden nicht mehr ganz die Wirkung erzielen kann, wie es noch beim direkten Vorgänger der Fall war. Alles hat man halt irgendwo schon einmal gesehen und überrascht kaum noch. Höchstens die nicht chronologische Abfolge der einzelnen Szenen kann zum Schluss noch einmal für ein paar Überraschungen sorgen, denn obwohl auch die anderen "The Grudge"-Filme schon darüber verfügen, so hat man die Szenen doch so klug aneinander gesetzt, dass man selbst als Kenner noch mal einen leichten Aha-Effekt erhaschen kann. Gut so!

Zu den Darstellern gibt es dagegen nur das Übliche zu berichten. Alle machen sie ihre Sache für Horrorverhältnisse ganz gut, auch wenn die Besten von ihnen nur Kurzauftritte spendiert bekommen haben. Dazu gehören Sarah Michelle Gellar, die hier einen ca. 3 minütigen Cameo spendiert bekommen hat und diesen recht souverän ableistet. Und natürlich Takako Fuji, die, wie schon erwähnt, ein weiteres Mal eine Superperformance als böser Geist Kayako Saeki hinlegt. Alle anderen sind dagegen aber nur Durchschnitt und nicht der Rede wert.

Fazit: Auch der zweite Ami-Fluch kann wieder, durch seine bravourös umgesetzten Schockeffekte, für Gänsehaut sorgen. Spannung und Atmosphäre können bis zum Schluss überzeugen, auch wenn die Geschichte nicht wirklich etwas wert ist und Horrorprofis viele Schockeffekte voraussehen können. Anfänger werden dagegen aber wirklich erstklassig bedient und wer als Profi seine zart beseelten Freunde so richtig erschrecken will, der ebenfalls. Eben halt wieder ein Horror-Fast-Food-Häppchen für zwischendurch, dass Anfänger schwitzen läßt und auch bei Kennern nicht wirklich für Schmerzen sorgt. Die Vorgänger sind dabei allerdings dennoch einen ganzen Zacken besser!

Wertung: 6,5/10 Punkte

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