Remake des Remakes des Remakes einer Fortsetzung – man muß Takashi Shimizu irgendwie bewundern, wie er praktisch immer und immer wieder den gleichen Film dreht, mit einer zärtlichen Beharrlichkeit, die sonst nur Bärenmüttern zu eigen ist.
The Grudge 2, das ist die Fortsetzung des US-Remakes von „Ju-On“, der mit Sarah Michelle Gellar in der Hauptrolle derbst Kasse in den Staaten machte.
Was lag da näher, als dem Meister auch gleich noch die Fortsetzung ans Herz zu legen, dann muß sich wenigstens niemand etwas dazu ausdenken, um den Brei zu verkochen.
Und Shimizu hat sein Möglichstes getan, die Story für die Amis einigermaßen genießbar aufzubereiten.
Dabei hat er weniger auf seine eigene Fortsetzung zurückgegriffen, die eine Art Wiedergeburt des Fluchs bzw. Körperlich-Werdung zum Thema hatte, sondern vermischt für die US-Fortsetzung einfach einige Ideen, die schon in dem originalen Asia-„Ju-On“ vorkamen, aber in dem ersten Remake aus Übersichtsgründen keinen Platz fanden (die Story der drei Schulmädchen, die das verfluchte Haus besuchen).
Ansonsten lieh sich Shimizu einiges von „The Ring“ aus, brachte Gellar (die man schon tot vermutet hatte) innerhalb von 20 Filmminuten ein zweites Mal um die Ecke und führte dann die Schwester (Amber Tamblyn) ein, die die Chose mit Hilfe eines jungen Journalisten ein zweites Mal durchkaut – ohne das sich an der Erzählstruktur etwas ändert.
Ergo besuchen wir zwar die Mutti der Fluchgemeuchelten in einem abgelegenen Bergdorf, allerdings bringen diese Unternehmung auf narrativer Ebene dem Mythos keinerlei weitere Aufklärung, der Fluch bleibt ungebrochen und unbeeinflussbar.
Stattdessen hält sich der Japaner an das erfolgreiche Konzept einer Szenencollage, bei der so ziemlich alle Beteiligten, die mit dem Fluch in Berührung kamen, nach und nach diesem zum Opfer fallen und das nach bewährter Schock-Methode.
Der Geisterjunge, die stieläugige Mama und die tote Katze feiern also auch weiter fröhliche Urständ und dass der Zuschauer bei den vielen Geister-Set-Pieces überhaupt das Interesse bewahrt, liegt lediglich an den verschiedenen Zeitebenen, die auch hier ineinander verwoben sind.
Die Schulmädchenepisoden spielen also (wenn man aufpasst, weiß man das innerhalb der ersten 5 Minuten) zwei Jahre nach den Ereignissen um das Lästerschwein…sorry…Schwesterlein und der dritte Handlungsstrang rund um die Insassen eines Chicagoer Wohnhauses, die ebenfalls ihre Portion Fluch abbekommen, hat wieder eine andere temporale Einsortierung.
Immerhin: die Schocks sitzen immer noch und auch ohne Blut und da die meisten Europäer von den japanischen vier Originalen (jeweils zwei Kino- und TV-Filme) kaum etwas gehört haben, ist das auch alles noch relativ neu.
Daß sich das Prinzip: Fluch – Verfolgung – Tod durch Geist trotzdem inzwischen irgendwann abnützt, liegt sicherlich an unseren westlichen Sehgewohnheiten, die selbst in Anbetracht doofer Teeniefilme eine derart offensichtliches Abtun gewohnten Plottens mit Unverständnis quittieren.
Dennoch ist „The Grudge 2“ solide und gut gemachte Hausmannskost für Geisterfreunde, sauber gespielt und mit viel atmosphärischem Einfallsreichtum – nur dürfte es auch langsam hier zu lande der letzte Film mit sich ruckhaft bewegenden Mädels mit langen schwarzen Haaren sein, die in irgendwelchen Korridoren zu sehen sind. (7/10)