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Schon die Anfangssequenz beinhaltet so viel klassische Film- und speziell Komödien-Kunst. Billy Wilder! Einmal mal wird die amerikanische Mentalität überspitzt dargestellt, primitive Rüpel in Anzügen. Samuel Wilder! In "Avanti" reibt sich ein solches Exemplar in seinem persönlichen europäischen Kulturschock auf. The buck stops here! Jack Lemmon ist eigentlich der Prototyp „lieber Onkel“, dennoch beherrschte er immer wieder die Rolle des fiesen Ekels. Glaubhaft, was ein Problem sein kann. Die Hauptfigur ist absolut unsympathisch, von Anfang an treibt einen die Hoffnung auf einen Wesenswandel, eine Heldenreise. Ob es jene gibt, darüber lässt sich streiten, auf jeden Fall aber ein positiv strahlendes weibliches Pendant. Juliet Mills ist neben dem italienischen Flair der Star des Filmes. Ein Unding, das sie ständig als optisch unvorteilhaft abgestempelt wird. Andere Zeiten, andere schlechte Sitten. Das wirft nochmal mehr Schatten auf ein eher durchschnittliches Werk. Trotzdem unterscheidet sich ein mittelmäßiger Billy Wilder Film von dem überproportional mittelmäßigen Murks heutzutage. Zum Beispiel durch einige ikonische Momente, wie die ebenso berüchtigte als auch unerwartete Nacktszene, der schon genannte beeindruckende Anfang, aber auch generell die schwelgenden Kamerafahrten durch die italienische Provinz. Definitiv als sommerlicher Eskapismus zu gebrauchen, leichte Kost, leider etwas zu lang.

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