Dexter Morgan (Michael C. Hall) arbeitet bei der Spurensicherung der Polizei von Miami. Zusammen mit seinen Kollegen löst der Experte für Blutspritzer so manchen kniffligen Kriminalfall. Nebenbei hilft er seiner kleinen Schwester Debra, die ebenfalls Polizistin ist, in seiner Abteilung Fuß zu fassen. Mit Hilfe einiger seiner spezifischen Infos gelingt es ihr sogar Recht schnell sich Respekt zu verschaffen, speziell im Fall des Kühllasterkillers, der gerade dabei ist Miami zu terrorisieren.
Dexter ist allerdings nicht bloß ein Kriminalbeamter, er ist auch Dexter der Familienmensch.Freundin Rita und ihre beide Kinder decken diese Seite seines Lebens ab.
Allerdings ist da noch mehr. Dexter trägt ein Geheimnis aus seiner Vergangenheit in sich.Denn als Kind wurde er von einem Polizisten (James Remar) adoptiert und wuchs wohlbehütet zu dem was er inzwischen ist heran. Einem erfolgreichen Kriminalisten, fürsorglichen Bruder und verständnisvollen Lover!
Von dieser Seite aus betrachtet ist Dexter fast schon der Traum aller Schwiegermütter, doch dummerweise hat Dexter aber auch noch eine ganz andere Seite, eine ganz andere Neigung die er geschickt zu verstecken weiß!!
Wenn man einem seiner Kollegen Glauben schenken darf, dann ist Dexter ein blutfixierter Spinner. Ganz so einfach ist die Sache aber dann doch nicht, denn Dexter ist viel schlimmer!Mit etwas Blut gibt er sich zwar anfangs durchaus zufrieden, aber sein Interesse liegt vielmehr im fachgerechten zerlegen seiner Opfer, denn er ist nebenberuflich eigentlich ein kranker Serienkiller!!
Wenn das mal nicht interessante Voraussetzungen für eine TV-Serie (!!!!) sind, dann weiß ich auch nicht mehr weiter.
Crossovers verschiedenster Genres wurden ja bereits im Kino und auch im TV vorgenommen, aber sowas wie in „Dexter“ habe ich echt noch nie gesehen!
Der Bad Guy als Sympathieträger? Ein Serienkiller als Held einer TV-Serie?
Hier werden Soap-Opera, Drama, Standard-TV-Krimi-Zutaten und lustige Elemente zusammengewürfelt, mit einem Serienkiller als Hauptcharakter und –darsteller garniert serviert und diese seltsame Mischung funktioniert!
Möglich macht das eigentlich unmögliche ein echt gelungenes Drehbuch, daß es versteht, dem Zuschauer Dexters Innenleben mittels Off-Kommentaren und Rückblenden näherzubringen bzw. ihn dadurch sogar irgendwie akzeptabel zu machen. Durch das Wissen des Zuschauers um Dexters wahren Charakter entsteht sogar in völlig banalen Alltags-Situationen immer eine unterschwellige Spannung, da man nie wirklich weiß, wie der Killer in ihm reagieren wird.
Neben den Soap- und Drama-Elementen, die dadurch deutlich an Würze gewinnen, sind da natürlich auch noch die Jagd nach dem mysteriösen Kühllaster-Killer und die Sache mit Dexters wahrer Herkunft die für ausreichend Spannung sorgen, so daß die 12 Episoden der ersten Staffel fast wie im Fluge vergehen.
Ohne einen passenden Darsteller ist ein solcher Stoff an den durchschnittlichen TV-Zuschauer sicherlich kaum zu verkaufen. Dexter-Darsteller Michael C. Hall gelingt dies aber durchaus. Mit seinem etwas linkischen Verhalten, seinem durchschnittlichen Aussehen und dem guten Drehbuch im Rücken wirkt er nie als das Monster, als daß er sich selbst immer bezeichnet.
Genau an diesem Punkt setzt dann auch meine Kritik ein. Denn so genial ich die Tatsache empfinde, einen Serienkiller zur Hauptfigur einer TV-Serie zu machen, so sehr schmerzen mich die Maßnahmen, die nötig waren um dies zu erreichen.
Da wäre mal Kritikpunkt 1, die mangelnde Härte (also Splatter, Blut, Gekröse usw. usw.)! Klar, wir sind hier im TV, deswegen fällt die wirklich harte Gangart schon mal ganz klar weg! Was geboten wrd ist etwas Blut, Leichenteile und die sehr zahm inszenierten Morde von Dexter. Für mich persönlich hätte es hier durchaus etwas deftiger zugehen können!
Kritikpunkt 2 wären manche Mittel zur Akzeptanz von Dexter, Ich kann zwar die drehbuchtechnischen Maßnahmen hinsichtlich seiner Domestizierung verstehen, aber irgendwie bremsen sie ein weitaus besseres Abschneiden der Serie bei mir aus.
Fazit: Trotz meiner kleineren Kritikpunkte muß ich gestehen, daß mich schon lange keine TV-Serie so fasziniert hat wie eben „Dexter“. Wer ein TV-Erlebnis der anderen Art haben will, sollte sich unbedingt diese Serie mal anschauen!
Da diese erste von bisher zwei Staffel (eine dritte startet in den USA im Herbst 2008) bisher nur auf Premiere gezeigt wurde, was ja schliesslich auch nicht jeder hat, kann man eigentlich bloß hoffen, daß demnächst eine Veröffentlichung auf DVD ansteht. Einer Ausstrahlung im Free-TV würde ich persönlich in Sachen Uncut, Sendezeit und lästigen Werbeunter-brechungen auf jeden Fall aus dem Weg gehen!