Review

Season 2

Dexter – Season II


Was war die erste Staffel um einen mordenden, und zugleich für die Polizei ermittelnden, Killer doch für eine Granate. Tabubrüche (Mörder als Sympathieträger), eine verschachtelte - auch mal konstruierte - Geschichte, gut Blut, geile Dialoge, noch geilere Monologe, witzige Charaktere, viel Sarkasmus und ein bis ins Finale anhaltender Spannungsbogen. Suchtgefahr von Beginn an! Man musste ihn einfach lieben diesen Blutspritz-Forensiker namens Dexter.

Bei der Qualität war natürlich auch der Erfolg kalkulierbar. Eine zweite Staffel musste her, doch wie sollte diese funktionieren. Wieder gibt es einen Plotfaden, welcher sich durch die gesamte Staffel ziehen soll (in diesem Fall soll es die Jagd auf den Bay Harbour Killer Dexter himself sein, denn man ist ihm bzw. vorerst seinem Leichenberg auf die Schliche gekommen). Gleichzeitig fungiert jede einzelne Folge einer Serie entsprechend und endet immer mit einem Cliffhanger. Am Ende ist es tatsächlich vollbracht und findet Unglaublicherweise Bestätigung beim gelingen. Das Szenario was in der ersten Staffel so ausgeklügelt und intelligent konstruiert wurde findet in dieser Fortsetzung viel eingeräumten Raum um neue Charaktere einzuführen, einen ebenso gut funktionierenden Spannungsbogen, viele Twists und viel nachgereichte Erklärung. Es ist fast unumgänglich dafür die erste Staffel zu kennen, da sonst Überblick und Verständnis verloren gehen.

So muss unter anderem Dexter etliche neue Erfahrungen - auch emotionaler Natur - machen und diese sind ja nicht gerade seine große Stärke. Gleichermaßen müssen Alte - genau wie Vergangenes – verarbeitet werden, was auch für seine Schwester gilt. Im Prinzip haben sämtliche Figuren aus Staffel Eins die Chance bekommen noch mehr Raum für Charakterzeichnung auszufüllen.

Mit all dieser neuen Information erzeugten die Macher der Serie viele neue Ansätze für funktionierende Dramatik. Dexter bekommt z.B. eine neue Chefin, seine Scheinfamilie birgt Risiken, es gibt neue Gefühle, Sex, neue Enthüllungen und immer wieder diesen ungewohnt vulgären Slang der Charaktere. Da hört man auch schon mal so was wie: „Na und, ich hab eben in meiner Mittagspause gefickt“. Nicht schlecht Herr Specht. Nichts ist wie es scheint und nicht nur Dexter belügt seine Umwelt. Alle, wirklich alle haben ihr Laster zu tragen und leiden darunter.

Der schwarze Humor aus Season Eins wurde auch weiter fortgeführt, und gerade in den ersten Folgen voll ausgereizt, als es für Dexter nämlich nicht so optimal läuft und er nicht einmal mehr Jemanden töten kann. Dahingehend wäre ein weiteres ausbauen wünschenswert gewesen, doch haben die Macher dies versäumt und die zweite Hälfte der Serie überwiegend spannend gestaltet. Ist auch gar keine große Tragik, doch waren es oft die Monologe von Dexter die den ganzen Thrill gewissermaßen auflockerten. Schließlich konnte er von einigen seiner Opfer auch was fürs Leben lernen, bevor er sie richtete.

Einziges großes Manko ist die Tatsache dass diesmal von Beginn an klar ist wie der Hase läuft, immerhin ist ja Dexter der gesuchte Killer. Doch gerade das Wissen um seine Situation ermöglicht so manche Täuschung (immerhin ist er ja auch einer der Ermittelnden). Dies gilt für seine Jäger gleichermaßen wie für den geneigten Zuschauer. So kommt es dann zum bravourösen Finale mit einem souveränen Dexter, der wieder diszipliniert killt, richtet oder ganz leger ausgedrückt morden kann.

Eine dritte Staffel ist bereits abgedreht und läuft ähnlich erfolgreich im amerikanischen Fernsehen wie die beiden Vorgängerformate. Bleibt nur zu hoffen das Niveau und Übersättigung der Thematik nicht verschenkt wurden und die Reihe weiterhin solch einen Spaß macht.

10 / 10, und die Information dass auch schon die vierte Staffel in Planung ist!

Details
Ähnliche Filme