Review

Gesamtbesprechung

Dexter unterscheidet sich alleine durch seine ungewöhnliche Idee von anderen Serien: Antiheld Dexter Morgan wurde durch ein traumatisches Kindheitserlebnis zum psychopathischen Menschen mit Tötungstrieb, und letztlich zum Serienkiller. Mit Hilfe seines Pflegevaters lernte er jedoch seinen Tötungstrieb insoweit zu kanalisieren, dass er sich auf Menschen konzentriert, die nachweislich selbst mindestens einen Menschen ermordet haben und damit keinen gesellschaftlichen Nutzen haben. Er tarnt sich praktischerweise mit einem Job bei der Polizei als Spurensicherer. Auf diese Weise sitzt er an der Quelle zur Suche von Mördern und hat die Mittel für seine eigenen parallelen Ermittlungen, die teils in einen Wettlauf mit der eigenen Abteilung münden.

Geniale Idee wie ich finde. Das Thema ist augenscheinlich Selbstjustiz, aber das wird in der Serie wohltuenderweise nicht politisiert. 

Eine Off-Stimme lässt den Zuschauer an Dexters Gedanken und seiner Sicht auf die Dinge teilhaben. Viele Zuschauer mögen das nicht, aber ich denke es gibt keinen besseren Weg der ermöglicht, sich in einen Protagonisten hineinversetzen zu können.
 
Die Serie wusste uns von Anfang an zu gefallen ... und meine Frau ist nicht gerade jemand der gerne blutige Filme schaut. Ja, blutig geht es hier allemal zu und die FSK18 sind durchaus gerechtfertigt.

In den acht Staffeln gibt es, neben vielen kleineren Fischen, für gewöhnlich einen anderen Serienkiller den es gilt zur Strecke zu bringen. Mit der Zeit beginnt jedoch Dexters perfekte Fassade zu bröckeln, als er anfängt sein Tun zu reflektieren und immer mehr in Frage zu stellen. Er vergleicht nicht nur die Gedankenwelten anderer Killer mit seiner eigenen, sondern begegnet auch Menschen von denen er sich verstanden fühlt. In diesen Momenten lebt er zwischen Hoffnung auf Verständnis und Enttäuschung, riskiert dabei oft mehr als für ihn selbst gesund sein könnte ... 

Nicht nur Dexter trägt die Serie, sondern das ganze Team der Miami Metro Police, von denen man fast alle mit der Zeit ins Herz schließen kann. Allen voran natürlich Dexters Schwester Debra, deren Flüche uns mehr als einmal in schallendes Gelächter haben ausbrechen lassen. Es gibt immer eine handvoll Nebenhandlungsstränge, die einem alle Charaktere näher bringen. Dabei sind alle Rollen gut besetzt und charakterisiert.

Ein wenig Schatten gibt es dennoch: Mehr als einmal kommt es zu Szenen wie "wenn man sich mit dem Internet auskennt, dann ist das mit dem Passwort doch kein Problem". Fetter Facepalm, und leider nicht selten an wichtigen Stellen der Handlung ... anderen Serien und Filmen erteile ich bei so etwas die rote Karte. Außerdem hat Dexter scheinbar auch tagsüber ohne Ende Zeit sich immer wieder einmal von der Arbeit zu entfernen und alles Mögliche unter dummen Vorwänden zu erledigen ... diesen Fehler machen auch etliche andere Serien.
 
Aber wie gesagt: Dexter ist schon etwas besonderes und ich verzeihe den Autoren hier weit mehr als bei anderen Serien.

Sobald wir eine Staffel gekauft hatten, haben wir sie meist in kürzester Zeit durchgeschaut - das soll für die Spannung von "Dexter" sprechen :-) . Das Ende der Serie hatten wir beide anders erwartet; aber wir sind zufrieden und werden ihn vermissen, unseren unverstandenen Serienkiller-Serienkiller.

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