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Staffel 2

Staffel 2


Dexter findet sich

Während Staffel 1 eine intime, familiäre Einführung in die Charakter & vor allem Dexters Psyche & Vergangenheit war, ebenso in den Stil der Serie, merkt man schnell, dass Staffel 2 in allen Belangen noch einen drauf setzt. Ganz großes Fernsehen in allen Belangen, schon zu diesem frühen Zeitpunkt eine konstant große Serie, die es mit den Besten aufnehmen kann. Die liebenswerten Nebencharakter sind etabliert & greifen nun richtig, die Witze & sehr intelligenten Dialoge treffen fast immer. Spaß & Intelligenz treffen auf harte Thriller-Elemente & manchmal sogar B-Movie-Charme - was will man da noch mehr?

In Staffel 2 erholt sich Dexter von den familiären Enthüllungen & Geheimnissen aus der Premierenstaffel, auch psychisch kämpft er gerade zu Beginn mit sich selbst & dem auferlegten Kodex. Auch seine Schwester Deborah ist nach den einschneidenden Erlebnissen psychisch angeschlagen & insgesamt gibt es gerade innerlich eine Menge Bewegung in den Charakteren, extrem viel Entwicklung. Auch die Liebe kommt nicht zu kurz, Dexter steht zwischen zwei sehr unterschiedlichen Frauen, beide für sich bezaubernd. Besonders Lila & auch Doakes als zum Teil Antibösewichte entfachen eine teuflische Dynamik, bei der man schnell nicht mehr weiß, zu wem man halten soll. Allgemein fiebert man gleich an mehreren Fronten mit & die Freundschaften, Feindschaften & dramatischen Verpflechtungen gehen weit unter die Haut, und das oft genug mit tiefschwarzer Komik.

Tolle neue Charaktere, ein endgültiges Klicken mit Dexters Welt, seinem trockenen Humor & allen Personen. Plus ein spannender Plot, bei dem Dexter oft nur knapp seiner Enttarnung entgeht & mehr Denkansätze, die es im Kopf des Zuschauers weiter zu verfolgen gilt, als je zuvor. Das Finale ist spektakulär & genial, allerdings war ich auch etwas traurig, dass eine tolle Nebenfigur so unwürdig abtritt. Und bei der anderen war ich froh, dass sie doch noch ihre Strafe kriegt. Dexter ist & bleibt eine der größten Figuren, die je über den Bildschirm flimmerte. Spätestens jetzt ist man so süchtig nach Dexter, wie dieser nach dem Morden. Der Nebenplot mit Ritas Mutter war vielleicht etwas unnötig & manchmal schüttelt man mit dem Kopf, wie knapp & glücklich Dexter von der Klinge springt - aber das bringt erstens Spannung & ist zweitens nur Möchtegern-Kritik.

Fazit: die zweite Staffel über den Antiheld & Serienkiller läuft endgültig zu Hochform auf & ist ein Genuss fast komplett ohne Längen & Tadel! (9,5/10)

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