Review

Staffel 5

Staffel 5

Eine Freundin zum Monster killen

Keine Staffel hat mich jemals so aus der Bahn geworfen, wie Staffel 4 von "Dexter" - der Trinity-Killer, Dexters Entwicklung, der Aufbau, die Atmosphäre & vor allem Ritas überraschender Tod, wie ein Schlag in den Rücken, ließen mich schon zweimal eine so lange Pause einlegen, dass ich bis heute nie weiter in der Serie über unser aller liebsten Serienkiller gekommen bin. Doch nun sind die letzten vier Staffeln endlich dran, die zweite Hälfte der legendären Serie. In Staffel 5 kämpfen Dexter & seine Truppe ebenfalls mit den Folgen von Ritas Tod, mit dem ersten Lebenjahr von Dexters süßen Sohn & einer Bande perverser Vergewaltiger, die ihre Opfer in Fässer konservieren & die Taten filmen. Zudem trifft Dexter mit Lumen, einem Opfer der Bande, vielleicht (mal wieder) eine Seelenveewandte. Außerdem kommt Debra Quinn näher als ihr lieb ist & Batista hat starke Eheprobleme mit der harten Chefin LaGuerta... Also wieder eine gelungene Mischung aus privater Probleme, dunklem Humor & harter Thrillerkost. "Dexter" wie er leibt, lebt, liebt (?) & definitiv killt!

Staffel 5 braucht etwas Zeit um in Fahrt zu kommen, Trinitys & Ritas Schatten liegen dunkel über allem. Doch wenn man den perfekten Standard der vorangegangenen Staffel mal etwas wegschiebt, hat Staffel 5 genug zu bieten, um zu bestehen. Sicher eine der schwächeren Jahre der Serie, doch immer noch verdammt unterhaltsam, sympathisch & abwechslungsreich. Miami bleibt eine sonnige & sexy Noir-Location, die Fässerbande kann einem in ihrer alltäglichen Perversität Angst machen & der trockene Dexter-Humor kann wie immer überzeugen. Dazu ist Lumen ein netter Zuwachs & Staffelzentrum, selbst wenn man ähnliche Connections & Freunde für Dexter jetzt schon öfters erlebt hat. Michael C. Hall spielt mit Dexter weiterhin die Rolle seines Lebens. Er wird für immer der killende Blutspuren-Außenseiter bleiben - und sollte darauf stolz sein!

Ein weiteres massives Plus der Serie ist das gesamte Team der Miami Police - hier ist wirklich für jeden etwas dabei & die Chemie stimmt. Keine flucht so schön wie Debra, Quinn hat es Faust dick hinter den Ohren, Masuka noch dicker & Batista ist das gute Herz der Abteilung. Eine Truppe die sich immer wieder schnell ins Zuschauerherz spielt, egal wie lang man Pause nach dem Staffel-4-Finalschock macht. Hier & da gibt es Logiklöcher oder wiederholendes Verhalten, selbst eine ganze Bande kranker Typen kommt nicht an Trinity heran & insgesamt gibt es wenig, was richtig lange hängen bleibt. Und trotzdem hat "Dexter" das gewisse Etwas, einen grundehrlichen Sympathiebonus. Man guckt dem augenzwinkernden & perfekt gepaceten Killen & Verstecken einfach gerne zu. Selbst wenn etwas die ganz großen Ideen & Neuerungen fehlen. Für Thrillerfans noch immer ein Highlight aller Serien, aller Sender, aller Zeiten. Eine schwächere "Dexter"-Staffel ist noch immer besser als 90% aller anderen Krimiserien da draußen. Stark!

Fazit: nach der schockierenden 4. Staffel konnte es nur etwas bergab gehen... und trotzdem bleibt "Dexter" der beste "nette" Serienkiller im TV & Staffel 5 bietet so einige intime Einblicke & Entwicklungen. "Dexter" bleibt konstant grandios & leicht durch zu suchten. (8/10)

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