Review

Staffel 6

Staffel 6

Im Namen des Vaters, des Sohnes, des Heiligen Dexters

In Staffel 6 kriegt es Dexter, der liebenswürdige American Psycho Light, mit den Doomsday Killern zu tun, die das Ende der Welt mit religiös-kranken Morden herbeiführen wollen. Debra flucht sich weiter die Karriereleiter hoch & Glauben spielt allgemein eine größere Rolle. Wie in Staffel 5, merkt man auch dieser Staffel die Unruhe im Produzenten- & Schreiberteam der kultigen Thrillerserie an. Für mich ist diese okkulte & religiöse Staffel, trotz ein paar interessanter Ansätze, sogar mit Abstand die schwächste "Dexter"-Staffel bis dato. 

Die Einstiegsepisode mit Dexters Klassentreffen ist ein Highlight, die Doomsday Killer sind (trotz vorhersehbarem Twist) gar nicht mal übel & es gibt immer wieder kleinere Highlights, wie Mos Def als Bruder Sam, der Dexter etwas näher an einen Glauben & das innere Licht führt, oder das neue Duo Batista/Quinn, welches direkt aus einer coolen 80er-Jahre-Cop-Show stammen könnte. Doch irgendwie fehlt die Magie, das dauerhaft clevere Writing, der Zynismus & die Härte früherer Zeiten...

"Dexter" ist selbst in dieser durchwachsenen Staffel noch immer über dem Durchschnitt an Serienkiller-Shows im TV. Dafür ist er als Charakter zu stark, zu gut gespielt, das Konzept zieht noch immer & sein Umfeld bleibt zu verdammt sympathisch. Doch obwohl das neue große Thema Glauben wortwörtlich etwas neues Licht in die Sache bringt, wird man das Gefühl nicht los, dass Staffel 6 nicht richtig weiß wohin, nie wirklich lossprintet & die Serie über ihrem Zenit sein könnte. Gerade im Vergleich zu den ersten vier Staffeln, ist der Absturz bedenklich. Da muss in Staffel 7 wieder mehr kommen, sonst versinkt Dexter im Mittelmaß. Das wäre zu schade für eine meiner absoluten Lieblingsserien!

Ganze Nebenstories & spannende Möglichkeiten werden vergeben, andere Aspekte langweilen mit gewohnten Themen, die Dexter sich scheinbar im Kreis drehen lassen. Der Cliffhanger zum Ende war längst überfällig, kann jedoch ärgerliche Charakteränderungen oder bescheuerte Ideen (Debra liebt Dexter???) nicht mehr ganz abfedern. Der Ausflug in die Vergangenheit zu Trinitys Familie mit Dexters Bruder war komplett unnötig & Debras hin & her mit Quinn uferte nervig aus. Auf gewohnte Coolness des Miami-Noir-Settings oder die mehr als soliden Darstellerleistungen kann man sich verlassen, die Serie hat noch immer Suchtpotential & große Konflikte kündigen sich an - doch das ganz hohe Niveau der ersten Serienhälfte ist erstmal außer Reichweite.

Fazit: Dexter trifft auf Religion & fanatische Endzeit-Killer - neue Themen, alte Muster. Etwas Leerlauf. Nur noch gut. Dexter, das kannst du besser! (7/10)

Details
Ähnliche Filme