Review
von Leimbacher-Mario
Staffel 8
Staffel 8
Kein würdiger Abgang
Alles Gute hat eine Ende, egal wie blutig der Weg bis dahin war. Das gilt natürlich auch für unseren liebsten Serienkiller "Dexter", dessen finale Staffel, nach den etlichen guten Vorlagen der überraschend gelungenen siebten Staffel, doch einen mehr als versöhnlichen Abschied feiern sollte, oder? Leider nein. Staffel 8 von "Dexter" ist kein Gradmesser für die Qualität der Serie, kein würdiger Abschluss & die mit Abstand schwächste Staffel der jetzt schon legendären Serie. Ehrlich gesagt sind diese 12 letzten Folgen sogar einer der traurigsten Abschiede in der Geschichte von TV-Serien. Ärgerlich, ratlos, sprachlos wird man mit wenig bis nichts zurückgelassen. Macht die Serie als Ganzes zwar nicht kaputt & "Dexter" war nie perfekt ala "Breaking Bad", als Fan muss man mit einer seiner Lieblingsserien auch durch schwere Zeiten - doch es tut schon gehörig weh, wenn ein so grandioser & liebgewonnener Charakter, dich so unausgefüllt zurücklässt. Seit Staffel 4 ging es zwar spürbar & fast kontinuierlich nach unten, doch mit so einer zähen & undurchdachten finalen Season, konnte keiner rechnen. Doch eins nach dem Anderen...
Hier erstmal mein Ranking aller acht Staffeln mit je 12 Folgen:
Staffel 4 - 10/10
Staffel 1 - 9,5/10
Staffel 2 - 9,5/10
Staffel 7 - 8,5/10
Staffel 3 - 8/10
Staffel 5 - 8/10
Staffel 6 - 7/10
Staffel 8 - 5/10
Bomben-Serie, ohne wenn & aber. Seriengrundausbildung fast, auf einer Stufe mit "Sopranos", "Hannibal" oder "The Wire".
In seinem letzten Jahr bekommt es Dexter zuerst mit den Depressionen seiner Schwester zu tun, zeitgleich mit einer Psychologin & Mutterfigur aus der tiefsten Vergangenheit & final dann nochmal mit sich selbst bzw. der Erkenntnis, dass er allen Menschen um sich herum schadet & ein Monster ist. Das sich Dexter im Kreis dreht, ist keine Neuigkeit. Ein paar Hängerepisoden gab es sogar zu seinen besten Zeiten & dass der Zenit weit überschritten war, mussten sich selbst hartgesottene Fans eingestehen. Trotzdem fällt es wirklich schwer an diesem letzten Jahr Gutes zu finden. Ein Abschluss mit Tränen - allerdings aus völlig falschen Gründen. Und damit meine ich nicht nur die vollkommen überhetzten & dilettantischen letzten 10 Minuten aka Holzfäller-Dexter...
Wenn sogar die immer engagierte Jennifer Carpenter blass & lustlos wirkt, dann weiß man, dass mit der Staffel etwas nicht stimmt. Ihr Breakdown zu Beginn passt weder zu ihrer Figur, noch brachte es die Handlung weiter. Liebgewonnene Nebenfiguren werden mit billigen & zum Teil in der Luft hängenden Subplots verabschiedet, Spannung oder gute Bösewichte sucht man vergeblich. An allen Ecken & Enden wird man übel enttäuscht. Dexter hat sich als Figur zum negativen entwickelt & seine Entscheidungen werden von Folge zu Folge unverständlicher, schlicht lächerlich zum Schluss. Da rettet selbst seine zurückkehrende sexy Blondine in der zweiten Staffelhälfte nichts mehr dran. Es gab tausend gute Wege, die Serie gebührend zu verabschieden - das hier war kümmerlich. Kein Suchtpotenzial, keine Neugier, keine Überraschungen. Da wünscht man sich fast schon ein Ende der Serie nach der herausragenden Trinity-Killer-Staffel...
Fazit: eine grosse Serie & ein toller Charakter gehen mit einer suboptimalen bis schlicht ungewohnt miesen letzten Staffel. Staffel 8: mau & ärgerlich - die komplette Serie: Meilenstein in Sachen TV-Serienkiller! (5/10)