„Im 3. Teil ist alles möglich“, so ein Originalzitat aus dem Film.
Leider nicht, sonst wäre der 3. Teil der „Scream-Saga“ (wenn man es so nennen will) auch der beste der Reihe gewesen. Aber das war ja sowieso nicht zu erwarten.
„Scream – Schrei!“ half dem schon tot geglaubten Genre des Teenie-Slasherfilms – welches ursprünglich erst 1978 durch „Halloween“ „erfunden“ wurde – 1996 sensationell zu einer Renaissance, obwohl der Erstling nicht wirklich neue Aspekte hinzufügen konnte. Das, was den 1.Teil so genial gemacht hat, war der ironische Humor, der mit den Konventionen des Genres spielte und diese auf die Schippe nahm. Der 2. Teil knüpfte daran an, ohne allerdings die bewährten Versatzstücke des 1.Teils unnötig zu variieren. Beide Teile waren äußerst gelungene Filme. „Scream 3“ hingegen kann den Vorgängern nicht einmal annährend das Wasser reichen.
Kevin Williamsons brillante Drehbücher, welche sowohl durch hoch dosierte „Who-dunit“-Spannung als auch durch eine riesige Portion Ironie bestachen werden schmerzlich vermisst, auch wenn man hier ein halbwegs kurzweiliges Drehbuch zusammenschustern konnte.
Grob erzählt geht es erneut um einen irren Maskenmörder, der wieder die üblichen Verdächtigen heimsucht und das Filmteam der 2. Fortsetzung von „Stab“ (der Verfilmung des 1.Teils) meuchelt. Das Ende – das hier natürlich nicht verraten wird - wirkt ziemlich konstruiert und aufgesetzt, driftet ins Absurde ab. Neue Ideen sucht man natürlich vergeblich.
Immerhin konnte man einige namhafte Horror-Ikonen für kleine Nebenrollen gewinnen. Allen voran Lance Henrikson, der in der Rolle des schmierigen Produzenten überzeugt. Ironischen und hysterischen Humor gibt es zum Glück auch hier, was diesen verwässerten Aufguss eines schlicht genialen Films überhaupt ansehenswert macht. Zumindest erklärten sich die Überlebenden des 2.Teils um Neve Campbell und David Arquette bereit, hier erneut mitzuwirken. Sie und ihre – nach eigener Ansicht bessere Kopien als das Original – Darsteller im „Stab“-Film-im-Film sind der beste Gag des Films.
Wie schon erwähnt bewahrt einzig der Humor die - diesmal wirklich gänzlich belanglose - Story „Scream 3“ vor dem Absturz ins Genre-Mittelmaß. Alles war zwar möglich, aber zu wenig wurde daraus gemacht.
Daher ganz knappe 7 von 10 Punkten.