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VORSICHT, SPOILER!

Überaus zahm fällt der dritte und letzte SCREAM-Teil aus. Für einen dritten Teil einer Trilogie fanden viele den Film viel zu lasch und unspektakulär. Das Original bleibt wie so oft unerreicht. Doch auch der dritte Part hat seinen Reiz.

Der Anfang ist wieder sehr rasant und typisch SCREAM: Ein harmloses Telefongespräch und dann der nackte Horror. SCREAM folgt aber seinen eigenen Regeln für Horrorfilme und wird von Fortsetzung zu Fortsetzung schwächer. Kevin Williamson, der die Drehbücher zu Teil 1 und 2 schrieb, fiel diesmal leider aus (er hatte mit einem eigenen Film genug Arbeit), stattdessen sprang Ehren Kruger (BROTHERS GRIMM) ein und verfasste das letzte Kapitel der ironischen Slasher-Reihe. Wes Craven führte wie schon bei den ersten beiden Streifen Regie.

Autor Ehren Kruger gelingt es leider nicht immer an Williamson heranzukommen, geschweige denn neue Akzente zu setzen. Besonders unrealistisch fällt es auf wenn Randy, eine der Hauptpersonen aus dem ersten Teil, auf dem Videoband erscheint oder der Killer haargenau die Stimme anderer Personen nachahmt.

Schlimm sind auch die völlig unpassenden Slapstick-Einlagen, etwa wenn der Mörder ein Messer nach seinem Opfer wirft und es (natürlich) genau mit dem Griff am Kopf getroffen wird und ohnmächtig die Treppe herunterkullert. Auch ist es unbefriedigend, dass man auch nach dem Film nicht weiß, ob der Killer für Sids Erlebnisse verantwortlich ist oder ob Sidney bei einigen Szenen fantasiert hat. Das hätte man genauer thematisieren sollen.

Witzig und gelungen sind die Deja Vu-Erlebnisse, wenn der Mörder Sid in der Rekonstruktion von Woodsboro jagt.

Logische Fehler hat der Film natürlich zuhauf. Der Killer will wissen wo Sid ist, und später scheint er es ja auch herausgefunden zu haben, da er in ihrem Versteck anruft und ihr das übliche Todes-Gespräch aufdrückt. Dewey hat Sids Nummer auf seinem Handy gespeichert, und zwei Verdächtige hatten auch damit telefoniert aber nicht der Killer. Am Ende des Films muss man sich fragen woher er das denn nun wusste, da der Killer keinen Zugang zu Deweys Handy hatte. Das wird ebensowenig erklärt wie die Frage, warum der Killer keinen Puls hatte als er sich in einer Stelle des Films tot stellt.

Die Auflösung ist noch schlimmer als in Teil 2, und funktioniert sogar als Antiklimax. Während der gesamten Laufzeit versucht Kruger (in Tradition der ersten beiden Filme) die Auflösung, wer der Killer, ist zu verschleiern und schiebt die Arschkarte verschiedenen Darstellern unter, wobei man besonders eine Person andauernd verdächtigt. Wenn sich der Killer allerdings letztendlich offenbart, deckt sich das nicht besonders mit den ersten beiden Teilen (auch wenn man es so hinstellen will). Der Täter hat (von den Opfern abgesehen) eine der kleinsten Rollen im Film, und man merkt im Nachhinein, dass es unnötig war zu rätseln, da man wie in Teil 2 unmöglich erraten kann wer der Mörder ist. Nur in ein, zwei Szenen versucht man den Verdacht auch auf ihn zu lenken, was aber vom Zuschauer nicht weiter wahrgenommen wird, da er einer der uninteressantesten Charaktere ist und in keinster Weise mit den Mördern aus Teil 1 mithalten kann.

Der Film hat mir trotz aller offensichtlichen Mängel aber gut gefallen. Auf Grund der genannten Schwächen nicht unbedingt ein würdiger, aber dennoch unterhaltsamer Abschluss der SCREAM-Trilogie.

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