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"Scream" war bis dato der erfolgreichste Horrorfilm aller Zeiten und trat eine ganze Lawine diverser Kopien los. Neben "Nightmare - Mörderische Träume" der absolute Höhepunkt von Horrorspezi Wes Craven (Der Tödliche Freund, The Hills have Eyes). Von Anfang an war eine Trilogie geplant, nur musste man hier auf Schöpfer Kevin Williamson verzichten. Ehren Kruger (The Ring, Arlongton Road) darf die Geschichte weitererzählen und gegenüber dem Vorgänger geht es storytechnisch wieder bergauf. Dennoch, das Original aus dem Jahre 1996 bleibt unerreicht und einer der besten Slasher, die je gedreht wurden.

In Los Angeles laufen mittlerweile die Dreharbeiten zu "Stab 3", welcher auf den beiden Mordserien in Woodsboro basiert. Plötzlich wird der damalige Hauptverdächtige Cotton Weary (Liev Schreiber) ermordet aufgefunden und bald wird ein Mitglied der Crew getötet. Gale Weathers (Courteney Cox Arquette) und Dewey Riley (David Arquette) sind sich sicher, dass erneut ein Killer sein Umwesen treibt. Bei jedem Opfer hinterlässt er ein Foto von Maureen Prescott. Deren Tochter Sidney (Neve Campbell) lebt mittlerweile zurückgezogen und hat kaum noch Kontakt zur Aussenwelt. Doch der Killer spürt sie auf und so drängt es Sidney nach L.A., um zusammen mit ihren Freunden diese Mordserie endlich zu beenden.

"Scream 2" war eigentlich eine exakte Kopie des Erstlings und die finale Auflösung schon beinahe hanebüchen. Dem wirkt Kruger geschickt entgegen und kreiert eine Story, die weit in die Vergangenheit reicht. Es fing damals alles mit dem Tod von Sidneys Mutter Maureen an. Und nun wird auch plausibel warum Billy Loomis und Stu Macher nur ein dürftiges Motiv vorzuweisen hatten. Hier erfahren wir den wahren Grund für die Ermordung von Maureen. Die Story in "Scream 3" knüpft natürlich an die Vorgänger an, ist aber wesentlich undurchsichtiger. Der Täterkreis ist so groß wie noch nie und Craven legt viele falsche Fährten. Desweiteren gefallen die Hiebe gegen Hollywood, wo Jungdarsteller schon mit dem Produzenten schlafen müssen, um eine Rolle zu ergattern. Auch diverse Filmzitate finden sich wieder und ein netter Gag ist Jamie Kennedys Kurzauftritt als Randy Meeks, der die Eigenschaften einer Trilogie erläutert.

Auch die Gewichtung der Rollen hat sich ein wenig geändert. Gale und Dewey haben im Film mindestens genauso viel Screentime wie Sidney, die Dialoge sind ein weiteres Mal richtig bissig, besonders gefällt das ständige Gerangel zwischen Gale und Dewey, die sich erneut ineinander verknallen. Mit Detective Mark Kincaid (Patrick Dempsey) kommt eine weitere Figur hinzu. Craven muss sich hier um viele Charaktere kümmern und dies wird ein wenig zum Problem. Dank der Vorgänger sind unsere Hauptcharaktere weiterhin sehr tiefgründig angelegt, dennoch verliert Craven ein wenig den Horror aus den Augen. Die ganzen Anspielungen auf Hollywood, oder wenn Sidney und Co ihre Schauspieler treffen, welche sie in "Stab 3" verkörpern sollen, fügen sich nahtlos in den Film ein und sorgen für einige Gags. Dennoch ist "Scream 3" nicht so spannend und garstig wie die beiden Vorgänger, das Finale mal ausgenommen. Der Killer darf zwar oft auftauchen und einen ordentlichen Bodycount anrichten, doch gerade solche Szenen wie die Gasexplosion kommen ein wenig unpassend daher. Trotzdem sind die Morde von Craven sehr atmosphärisch vorbereitet, doch das Gewaltlevel wurde heruntergeschraubt.

Als Waffe benutzt der Killer immer noch ein Messer, das Kostüm ist auch gleichgeblieben, doch der Killer kann mit Hilfe eines Gerätes nun alle Stimmen seiner Opfer immitieren, womit er oft für Verwirrung sorgt. Und im spannenden Finale kommt der Zuschauer dann richtig auf seine Kosten, denn in einer altmodischen Villa will der Mörder reinen Tisch machen. Hier walzt Craven einige Klischees zu sehr aus, dennoch ist diese blutige Hetzjagd durch das große Haus der absolute Höhepunkt. Überhaupt sind die Kulissen bei "Scream 3" erste Sahne und sehr abwechslungsreich.
Die Darsteller sind dem Zuschauer mittlerweile richtig ans Herz gewachsen und man darf sich auch ziemlich Sicher sein, dass das Trio auch diesmal dem Killer relativ unbeschadet entkommt. Neve Campbell, Courteney Cox Arquette und David Arquette füllen ihre Rollen auch diesmal sehr suverän aus, neu dagegen ist Patrick Dempsey (Verwünscht, Grey´s Anatomy), der sich gut einfügt. In weiteren Rollen Lance Henriksen als Produzent, Roger Corman, Kevin Smith und Jason Mewes haben einen Cameo.

Auch Runde drei lässt das Herz des Zuschauer höher schlagen und punktet mit guten Darstellern. Das Geschehen verläuft unvorhersehbar, einige Überraschungen inklusive. Aber die beiden Vorgänger waren spannender und fieser. Trotzdem gruselt man sich hier immer noch auf hohem Niveau, ein würdiger Abschluss ist es allemal.

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