Okay... "Sceam 3" ist nicht so gut wie "Scream", aber doch um einige Längen besser als "Scream 2". Wie schon beim enttäuschenden Vorgänger wussten die Schauspieler auch diesmal nicht, wer der Killer ist. Nur Courteney Cox-Arquette (Crime is King) war von Anfang an in die ganze Story eingeweiht und musste stillhalten. Hier merkt man auch, dass Kevin Williamson nicht mehr am Drehbuch zu Gange war. Doch das soll keineswegs was negatives an dem Film sein. Williamson wollte den dritten Teil überwiegend wieder an der Woodsboro High School ansiedeln. Das hätte zwar Erinnerungen an Teil 1 geweckt, doch man muss sich die Frage stellen, ob Williamson nur Drehbücher schreiben kann, wo Teenager die Hauptrollen spielen. "Dawson's Creek" und "Tötet Mrs. Tingle!" dürften diesen Verdacht bestätigen. Immerhin muss auch Sidney (Neve Campbell) mal erwachsen werden und kann ja nicht ihr ganzes Leben lang an irgendwelchen Schulen oder Universitäten verbringen. Durch das Drehbuch von Ehren Kruger merkt man hingegen, dass die Figur der Sidney inzwischen erwachsen geworden ist und eben kein Teenager mehr ist.
Neben dem Scream-Trio Campbell, Arquette und (jetzt) Cox-Arquette sieht man auch mehrer Darsteller aus den frühen 90ern und den 80ern wieder. Eines der Highlights sind wohl die Gastauftritte von Carrie Fisher (Star Wars) und von Jay & Silent Bob. Neben diesen beiden Gastauftritten und dem von Jamie Kennedy (via Videotape) überzeugen vor allem Filmminuten mit dem blonden Playgirl-Playmate Jenny McCarthy (Scary Movie 3). Zwar kommt sie keineswegs an die Darstellung von Sarah Michelle Gellar aus Teil 2 heran, doch ist die Verpflichtung der vollbusigen Kalender-Schönheit eine Reminiszenz an die Vergangenheit des Horrorfilms, deren Macher auf Sexsymbole setzten, um sie dann abschlachten zu lassen. Mit Patrick Dempsey (Sweet Home Alabama) und Parker Posey (E-Mail für dich) geben sich in Teil 3 Jungstars aus zwei Generationen die Ehre. Ex-Jennifer-Garner-Ehemann Scott Foley spielt nun den Killer und Halbbruder von Sidney. Auch er kommt nicht an die Darstellung von Billy Loomis ran, aber kann immer noch mehr überzeugen als Timothy Orphant (Go!) und Laurie Metcalf (Internal Affairs) aus "Scream 2". Überraschenderweise gibt es in diesem Film dann auch nur einen Killer, statt zwei, wie in den beiden Vorgängern. Zum Schluss ist da noch der gut gemachte Gastauftritt von Lance Henriksen (Harte Ziele), der als Produzent John Milton (so hieß übrigens auch der Part von Al Pacino in "Im Auftrag des Teufels") einen gelungenen Auftritt hat.
Der dritte Teil der Scream-Trilogie, dessen Eröffnungssequenz mit Cotton Weary (Liv Schreiber) etwas emttäuscht, ist dennoch auch eine clever gestrickte Fortsetzung, die noch einmal die Geschichte von Sidney ermordeter Mutter Maureen und ihrem früheren Leben streift. In "Scream 3" widmet sich die Trilogie zudem den Studios und Produzenten, die nicht nur im Film über Leichen gehen. Die vielen Film-im-Film-Verschachtelungen (zB spielt Parker Posey Gale Weathers und Scott Foley den unsympathischen Regisseur Roman Bridger) sollen Verwirrung stiften und zögern die Auflösung kurzweilig hinaus. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern ist "Scream 3" kein High School-Film (siehe das Vorwort dieser Kritik). Die Darsteller können ja nicht für immer zur High School gehen, sondern müssen sich weiterbewegen. Die Story spannt einen natürlichen Bogen von dem, was geschehen ist und wie sie aufgewachsen sind. Der erste Teil spielte in Woodsboro, der zweite im College. Jetzt ist Sidney in der Welt. Der Film folgt Campbells Figur in das unabhängige Erwachsensein, in dem sie auf sich selbst gestellt ist.
Nach dem enttäuschenden zweiten Teil, bringt "Scream 3" wieder richtig Wind in die Trilogie, auch wenn er nicht mehr so stark ist, wie im Original. Der Drehbuchwechsel hat anscheinend gut getan, auch wenn dies viele Fans sauer aufgestoßen haben mag. Mich jedoch nicht. Der Film ist recht spannend geworden und kann so besser punkten als "Scream 2". Der Body-Count wird gegen Ende des Films nochmal deutlich in die Höhe geschraubt, doch fließt diesmal weniger Blut, was nichts schlechtes an dem Film sein soll. Nach den ganzen genial gemachten Aufschlitz- und Abstech-Orgien der beiden Vorgänger, wo das Blut literweise floss, tut es auch mal gut, einen spannenden Slasherfilm zu sehen, wo die Morde nicht allzu sehr im Mittelpunkt stehen. Genial gemachte Todesszenen kann man hingegen in den beiden "Final Destination"-Filmen bewundern.
"Scream 3" bildet somit das gelungene Ende einer genialen Horror-Trilogie.