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Sidney lebt zurückgezogen und unter falschem Namen, fernab der Erinnerungen an die Mordserien der Vergangenheit. Doch genau diese holt sie wieder ein, als bei den Dreharbeiten zu dem Film „Stab 3“, der auf ihrer Geschichte basiert, wieder ein Killer mit der Maske umgeht.

Wie in der Reihe gewohnt, etabliert auch der dritte Schrei die bekannte Mischung, bedient sich am Genre, belebt es mit weiteren Ebenen und bringt parodistische Momente mit ein. Insgesamt merkt man diesem Aufguss aber an, dass die Luft dünn wird. Entgegen den Vorgängern stammt das Skript nicht mehr von Kevin Williamson, sondern dieses Mal von Ehren Kruger. Und mit fortschreitender Spielzeit drängt sich der Verdacht auf, dass dieser das Konzept der Reihe nicht so ganz umzusetzen mag. Zumindest wirkt sein Aufbau in Sachen Metaebene und Genresezierung mehr bemüht als gekonnt, was den Spaßfaktor merklich drückt. Die Berührungspunkte zwischen Realität und deren fiktiver Umsetzung beim Filmdreh sind zwar ansprechend, wecken aber auch Erinnerungen an „Freddys New Nightmare“ (1994), der ebenfalls von Wes Craven inszeniert wurde.
Natürlich gibt es wieder diverse Zitate, auch aus den eigenen Vorgängern und das Auseinandersetzen mit den dem Genre immanenten Mechanismen. Ein netter Einfall ist hier ein posthumer Auftritt von Randy (Jamie Kennedy), der per Video wieder die Regelkunde übernimmt, auch wenn Krugers Skript es nicht schafft, den vollmundigen Ankündigungen entsprechende Taten folgen zu lassen. Randys Auftritt wirkt zu einem guten Teil wie Fanservice und lässt die Verve aus den früheren Teilen vermissen. Auch sonst ist das alles hier nicht mehr so stilsicher pointiert verwoben, was doch ein Markenzeichen der Reihe war. Als wäre dieser Teil nun das geworden, was der Erstling noch parodiert hat.

Viel Bekanntes gibt’s zu sehen. So geht auch das Gekabbel zwischen Gale (Courtney Cox) und Dewey (David Arquette) in die dritte Runde, der ein oder andere Bogen zu den früheren Teilen wird geschlagen und diverse etablierte Figuren sind wieder dabei. Sidney (Neve Campbell) verkommt dabei zum Nebencharakter. Sie dient zwar als Bezugspunkt für die Ereignisse, hat aber nicht viel zu tun, außer mit wässrigen Augen und gequältem Blick das hier durchzustehen. Wirklich viel zu tun haben allerdings die anderen Figuren auch nicht. Es bleibt der Eindruck, als wüsste man mit ihnen nicht mehr allzu viel anzufangen und schickt sie recht uninspiriert von A nach B.
Der bekannte Cast spielt seine Rollen runter, die Neuzugänge bleiben nicht im Gedächtnis, wobei ein Lance Henriksen selten verkehrt ist. Gastauftritte von Jason Mewes und Kevin Smith als Jay und Silent Bob sowie von Carrie Fisher bringen kurz etwas Abwechslung.

Denn diese wird nicht wirklich groß geschrieben. Teil drei folgt den etablierten Mechanismen, ist dabei aber sowohl wenig originell, als auch unblutiger und unwitziger als seine Vorgänger. Spannung auf Sparflamme, man bleibt einfach dran, weil man wissen will, wer denn nun dieses Mal die Maske trägt. Die Auflösung wirkt dann gelinde gesagt bemüht konstruiert, der erwartete Aha-Effekt blieb da bei mir aus.
„Scream 3“ steht hinter seinen Vorgängern zurück und wärmt die bekannte Formel auf. Trotz manch nettem Verweis ist das Finale der Trilogie eine uninspirierte Fortführung.

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