Jaja, verlasse dich nie auf ein Cover, wenn du durch deine Videothek schlurfst und weil ich meine (schlechten) Erfahrungen schon gemacht habe, warne ich jetzt schon mal präventiv die Menschheit vor.
„Hiruko – The Goblin“ – toller Titel, nette Coverfotos und ein paar splattrige Effektversprechungen, das klingt ja nicht schlecht.
Weil man aber nicht in bekannten Online-Filmdatenbanken nachschlagen kann (ich kenn da eine...), wenn man schon im Laden steht, entgeht einem, daß das nette Dingelchen schon von 1990 ist.
Das wäre ja nicht so schlimm, hätten wir es nicht mit einer Mischung aus asiatischer Dämonenmythologie (nix Goblin...nada!), Ghostbuster-Thematik, einigen Litern zu hellem Kunstblut und reichlich Slapstickalbernheiten zu tun, die wohl nur eingefleischte Asiafans goutieren können.
Der Rahmen der Geschichte ist mehr als dünn, zwar scheint die Vorgeschiche der Protagonisten ein düsteres Schicksal zu ummanteln, nach vorne wird jedoch herumgekaspert auf Teufel komm raus.
Fakt ist: irgendein Forscher ist in eine alte Kammer eingebrochen und nun drohen die Siegel, die dort drin den bösen Hiruko festhalten, so langsam aufgeweicht zu werden. Es ist also an seinem tolpatschigen Kollegen und des Verschollenen Sohnemann, das Unheil zu stoppen, das in einer abgelegenen Schule umgeht.
Tscha, das wars dann auch. Der Film spielt in einer Nacht und verbrät mal eben den Sohn zum Auserwählten, dem die Gesichter der Mordopfer ständig in Form von aschefarbenen Brandnarben aus dem Rücken geätzt werden. Es fliegen die Köpfe, es spritzen die Halsschlagadern und des Dämonen Antlitz wandert auf einem spinnenähnlichen Körper durch die Korridore, wenn die subjektive Kamera mal gar zu abgenutzt erscheint.
Die Tricks erinnern nicht selten stark an eine Mischung aus Puppenanimation und Stop Motion, die Splattertricks sind als solche zu erkennen und sonst wird nach Kräften grimassiert, worüber wohl nur Asiaten lachen können.
Daß das Ding weder Form noch Struktur hat, sondern wie eine hektische Fingerübung wirkt, gibt dem albernen Inhalt dann auch noch den Rest.
You don’t have to care for characters – they don’t have any! (3/10)