Trash-Movies haben schon immer etwas sehr eigenes an sich. Und zwar das sie uns meist filmischen Unsinn der Extraklasse anbieten, der schon wieder so drastisch schlecht ist, dass man sich daran gut unterhalten kann. Und wenn das Ganze sich dann zudem nicht zu ernst nimmt, von vorne herein auf Trash angelegt wurde und mit einer Tempo-reichen Inszenierung punkten kann, dann kommen solche Trash-Granaten-Klassiker alla "The Toxic Avenger" oder "Troll 2" dabei heraus. Ob man bei "Hiruko - The Goblin" allerdings von vorne herein auf Trash auswar, ist mir nicht bekannt. Aber anscheinend eher nicht, denn dieser asiatischer Ausflug ins Genre ist doch eher ermüdend, als unterhaltsam, ausgefallen.
Die Story um einen bösartigen Dämon, der direkt aus der Höhle gekommen sein soll und nun von einem Wissenschaftler und seinem Neffen gejagt wird, ist unterm Strich so etwas von unoriginell und lahm ausgefallen, dass man sich nur fragen kann, wer sich das Skript eigentlich ausgedacht hat. Vollgestopft mit allerlei Blödsinn und so manch haarsträubenden Ideen, kann das Ganze wirklich nur als Trash-Story durchgehen, der es aber nahezu komplett an passendem Humor oder ähnlichem fehlt.
Das ganze Treiben zieht sich streckenweise manchmal derartig dahin, dass man nicht ganz schlüssig ist, ob man sich nun auf den Filmverlauf konzentrieren soll oder doch lieber ein Nickerchen machen möchte. Zudem kommen die, größtenteils, recht hirnrissigen Dialoge, die nicht mal im japanischen Original Spaß machen (von der grottigen deutschen Synchro ganz zu schweigen).
Des weiteren ist auch die Inszenierung maximal auf durchschnittlichem Niveau. Der Einsatz von so manchem Farbfilter wirkt eher lächerlich auf den Zuschauer, als das er irgend eine Art von Atmosphäre verbreitet. Die Musikuntermahlung ist größtenteils ein Witz und untermahlt das Geschehen nur bedingt passend. Die Titelmusik ist dabei so ziemlich das Einzige, was wirklich klappt und stimmungsvoll ist.
Das der Streifen aber trotz allem nicht im Boden versinkt, dafür sorgen die grellen Monster- bzw. Dämoneneffekte, die man so wohl noch nicht gesehen hat. Was an Innovation und Kreation in Sachen Geschichte und Inszenierung fehlt, dass hat man hier in die Dämonen, Monster und Kreationen gesteckt, die allesamt wirklich zum Fürchten gut ausgefallen sind. Auch wenn die Asia-typischen Stilmittel wie blasse Gesichter, schwarze Haare etc. auch hier im extremen Mase angewendet wurden, so kommt man doch nicht drum herum, diese herrlichen Auswüchse menschlicher Fantasien zu loben. Schade nur, dass den Geschöpfen, verhältnismäßig, wenig Screen-Time zugesprochen wurde. Von mir aus hätten sie ruhig noch etwas öfter in Erscheinung treten dürfen!
Und auch die vorhandenen Gore-Effekte können gefallen. Zwar kommen sie, bei weitem, nicht an die Drastischkeit manch anderer Asia-Movies heran, doch für einen kleinen Monster-Horror-Film wie diesen, reichen sie allemal aus und können wirklich überzeugen.
Und auch die (wenigen) Darsteller können noch zu Rettung des Films beitragen. Allesamt machen sie ihre Sache so weit ganz gut und können überzeugen. Auch wenn man schon wesentlich bessere Leistungen im Fach gesehen hat, es gibt auch viele Schauspieler (auch im Asia-Bereich) die schlechter sind!
Fazit: Trashiges aber meist recht langweilig ausgefallener Dämonenhorror, dem es sowohl in punkto Story als auch im größten Teil der Inszenierung an guten Ideen und kreativen Details fehlt. Dafür sind aber die Kreaturen allesamt wirklich überzeugend und gruselig ausgefallen, die Gore-Effekte passen und auch die Schauspieler machen einiges an Boden gut. Dennoch ist das ganze für Trash leider zu unterhaltungsarm und für einen ernst gemeinten Grusler zu blödsinnig! Schade drum!
Wertung: 4/10 Punkte