Review

James Garner als Philip Marlowe. Schwer vorstellbar!
Und so bedarf „Der Dritte im Hinterhalt“ auch einiger Gewöhnungszeit, bis die allseits bekannte lakonische Arbeitsweise von Garner, der hier eher an Detektiv Rockford als an das Vorbild, das Bogart prägte, erinnert, endlich zu wirken beginnt.

Immerhin, das Werk ist tadellos aus den Vierzigern in die nahenden Siebziger umgesetzt worden, was vorher rund ums Kino ging, geht jetzt um TV-Stars, die sich Erpressungen ausgesetzt sehen.

Garner hat hauptsächlich die Wesenszüge von Raymond Chandlers Figur übernommen, der anachronistische Antiheld, der aufrechte Privat Eye mit dem schlecht bezahlten Job, dem Moral und Pflicht noch etwas bedeuten und wertungslos sich weder von links noch von rechts aufhalten läßt. In scheinbarer Gemütsruhe und mit leisem Humor geht er einer Spur nach der anderen nach, stets seinen (bereits unwilligen oder gekündigten) Klienten im Kopf, der Polizei nur das Nötigste mitteilend.

Chandlers „The Little Sister“ hat dabei den üblichen Aufbau, den man von der schwarzen Serie gewohnt ist. Eine breitgefächerte Gruppe verschiedenster Personen mit unterschiedlichen Interessen, von denen einige geschäftlicher und einige persönlicher Natur sind. Halbwelt und Stars geben sich die Klinke in die Hand und Marlowe stolpert nach und nach über immer mehr Leichen.

Wer also über den Fall rätseln will bekommt zusätzlich noch das Vergnügen, Garner bei der Arbeit zuzusehen, der wirklich eifrig bei der Sache ist und kontrollierter als sonst erscheint.
Kuriositätenwert hat sicherlich der Auftritt Bruce Lees als Killer des Gangsterbosses. Die Regie (der Regisseur heißt übrigens „Bogart“) ist kompetent, wenn auch unauffällig und das Ergebnis ist ein seltsamer Zwitter, der für das TV zu edel, für das Kino aber fast zu provinziell ist.

Auf jeden Fall handelt es sich um Qualitätsware und das sollte man honorieren. 7/10 im B-Bereich.

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