Review


Inhalt:

China, in den1930er Jahre. Der Konflikt mit Japan spitzt sich zu, die Manchurei ist bereits ein Marionetten-Staat der japanischen Imperialisten, und diese streben die völlige Unterwerfung des "Reichs der Mitte" an.
Hierzu gibt es bereits ein geheimes Dokument mit den Invasionsplänen der Japaner. Dieses befindet sich im Besitz des Verräters Wang (Sim Sang-Hyeon).

Wang will dieses äußerst wichtige und hochbrisante Dokument an die Japaner verkaufen, für einen Millionen-Betrag.
Ein interessierter Käufer ist der sich bereits in China mit seinem Schergen Adeno (Bolo Yeung) aufhaltende Japaner Kawasaki (Park Dong-Yong).
Eine Wiederstandszelle chinesischer Patrioten will das Dokument abfangen..., der Engländer Mr. Keegan (Michael B. Christy), der für den deutschen (!) Geheimdienst tätig ist, ist auf deren Seite..., seine Verbindungsfrau zu den Chinesen ist die so tapfere wie bildschöne Lissa (Yeo Su-Yin).
An der Spitze der Patrioten steht General Han Hwu (Kim Ki-Bum).

Ohne einen herausragenden KungFu-Kämpfer können die chinesischen Patrioten ihr Ziel nicht erreichen.
Chan (Bruce Le), dessen Cousine Pai von den Japanern brutal getötet wurde, wäre dieser Mann, doch gibt dieser sich zunächst unpolitisch.
Schließlich ändert Chan seine Meinung, und will für sein Land kämpfen.
Das Dokument befindet sich in der mehrstöckigen Pagode eines buddhistischen Tempels.
Wer das Dokument erbeuten will, muss pro Stockwerk erst einen gefährlichen Gegner (u.a. Lee Hoi San, "Nick" Cheung Lik, James Nam, Kim Wang-Kuk) besiegen, und Chan stellt sich dieser mörderischen Aufgabe.

Danach aber kommt es erst zum alles entscheidenden Kampf, zum endgültigen Show-Down...!
Chan stellt sich allen Feinden..., besiegt Adeno in einem brutalen Duell..., und schließlich kommt es gegen den Verräter Keegan und dessen Schergen zum Endfight um Leben oder Tod.....


Fazit:

Im Jahre 1978 kam es zu diesem weiteren Bruceploitation-Eastern mit Bruce-Lee-Imitator Bruce Le, unter der Regie von Lam Kwok-Cheung und Choe U-Hyeong.
Ein "echter", typischer Bruceploitation-KungFu-Film..., mit vielen "Anleihen" und Anspielungen auf die Filme des "wahren" Bruce Lee.
Im Original heißt denn auch dieser Film "Enter the Game of Death", dies alleine schon eine Anspielung auf die Bruce-Lee-Streifen "Game of Death" ("Mein letzter Kampf", siehe mein Review auf dieser website) und "Enter the Dragon" ("Der Mann mit der Todeskralle", siehe mein Review auf dieser website), was darauf hinweist, dass man sich hier mehr eindeutig als versteckt auf den größten aller Eastern-Stars beziehen wollte, ganz bewusst..., ganz bewusst abkupfern und sich an den Erfolg des "Kleinen Drachen" Lee anhängend.

In einem sterilen, eher sehr kostengünstigen Look und entsprechender "Atmosphäre" entstand denn dieser typische "Bruce Lee-Ausbeuter", also mit Bruce Le, der natürlich auch in den unvermeidlichen gelben Sport-Overall-Anzug mit den schwarzen Seiten-Streifen schlüpfen musste.
Das Gekiekse und die typischen Bewegungen des King of KungFu hat Le natürlich auch drauf..., und er agiert denn ganz unverhohlen einen auf Bruce Lee machend.

Weitere Elemente und Anspielungen auf die Bruce Lee-Filme ist denn der Soundtrack, die mehrstöckige Pagode mit einem Gegner pro Stockwerk (entnommen aus "Game of Death"), oder den Endgegner, ein Europäer mit weißem Hemd und schwarzer "Fliege" so ala Robert Baker aus "Fist of Fury" ("Todesgrüße aus Shanghai", siehe mein Review auf dieser website)..., einem weiteren Bruce Lee-Blockbuster.

Die Story ist äußerst simpel und schleppt sich bis zu den langen, finalen Show-Downs..., Patrioten wollen an einen Invasionsplan der Japaner, ein Held wird in Gestalt von Bruce Le gewonnen diesen Plan zu erbeuten, dann geht´s in die Pagode, und es wird gefightet und geprügelt bis der Arzt kommt.
Gefühlt wird zumindest 2 Drittel lang in diesem KungFu-Actioner gefightet..., eine KungFu-Schlägerei folgt der nächsten. Ein KungFu-Prügelfilm, mit jeder Menge Fight-Action.

Wenn diese denn klasse gemacht wäre, hat der eingefleischte Eastern- und Actionfilm-Fan ja auch nichts dagegen.
Tja..., aber da hapert es denn leider. Bruce Le prügelt sich zwar durch diesen Actioner ala Bruce Lee..., aber die Fights sind selten hochklassig. Die "Kämpfe" in der Pagode sind teils skurril und eher lächerlich..., und manche Slowmotion-Sequenz danach eher kraftlos wirkend.

Immerhin zieht die Intensität der KungFu-Action nach den Pagoden-Kämpfchen noch mächtig an..., die Aktionen werden härter, die Choreos bemühter, Bolo vs. Le hat immer was..., und da fast non-stop in diesem Film aufeinander eingeprügelt wird, wird es eigentlich auch nie langweilig.
Da kommt man als Eastern-Fan doch noch etwas auf seine Kosten..., hakt diesen Bruceploitationer allerdings auch hinterher rasch ab..., ala "Der nächste Eastern bitte!".

Bruce Le macht einen soliden Job..., in gewohntem Lee-Nachäffungsstil. Aber er ist ein agiler Fighter, der ein starkes, technische KungFu beherrscht.
Tja..., großartige Schauspiel-Leistungen waren indes nicht zu erwarten..., und die DarstellerInnen schleppen sich denn fast durch dieses dünne Script, bis nur noch die KungFu-Action zählt.

Yeo Su-Jin als weiblicher Akteur... wirkt hier fast verloren, immerhin ist sie attraktiv..., ich würde sie nur dann von der Bettkante jagen, wäre ich mit Amber Rose verheiratet.
Michael B. Christy ist der europide Villain ala Robert Baker in "Fist of Fury", ungelenk als "Fighter" und steif im Spiel.
Ach ja, und seine Figur arbeitet "für die Deutschen" und somit gegen die Japaner? Wer die Historie jener Zeit kennt, weiß, dass da der "Twist" in der Handlung vorprogrammiert und somit vorhersehbar ist... tja, hm.

Mit Lee Hoi San, "Nick" Cheung Lik und James Nam ist das "Pagoden-Personal" überraschend stark besetzt..., nur macht die Fight-Regie daraus viel zu wenig. Da war viel mehr Potenzial drin..., und während in "Game of Death" die Stockwerk-Action das Mega-Highlight war, ist dies hier im Nachmach-Machwerk eine ziemlich maue Enttäuschung mit bewusst bizarren dafür wohl unbewusst schwachen Kämpfchen..., bessere KungFu-Action gibt es hier erst NACH diesem Pagoden-Desaster.

DA dann gibt es ja auch noch Bolo Yeung, der sich mal wieder wie öfters im Bruceploitation-Sektor von Bruce Le vertrümmen lassen darf.
Ihr Duell ist noch eines der Highlights in der hier eher all zu routinierten, trüben Bruceploitation-Suppe.
Bis dahin und zu dem "Pagoden"-Flickwerk..., mühen sich die Villains Sim Sang-Hyeon und Park Dong-Yong sowie Yeo Su-Jin und Kim Ki-Bum auf Seiten der "Guten" im zähen Ringen um ein geheimes Dokument... um zumindest den Ansatz einer Handlung in diesem Actioner herauszubilden.

"Enter the Game of Death" ("Das Spiel des Todes") ist ein typischer, routinierter, recht billiger Bruceploitation-Eastern..., der Elemente aus den Filmen des echten Bruce Lee fast dreist auf diese anspielend übernimmt. So entstand aber nicht wirklich eine Hommage an das große Idol..., sondern nur ein weiterer Fließband-KungFu-Actioner zum schnellen Konsum und Abhaken.

5,5 von 10 Punkten kann sich dieser Bruceploitation-Eastern noch erfighten.
Der nächste Eastern bitte.

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