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Der Regisseur von "From Dusk till Dawn 2", Scott Spiegel, zeigt mit "Night of the Intruder", welch fantastischer Filmemacher in ihm steckt. Nahezu alles ist perfekt. Ich finde, das Ganze ist einer der bester Slasher aller Zeiten, weil hier nicht nur Wert auf die blutigen und brutalen Szenen gelegt wird, sondern auch aufs Handwerk und die Spannung. Letztere ist reichlich vorhanden, eigentlich den ganzen Film über. Die Tatsache, dass sich die Personen in dem verlassenen Kaufhaus befinden, auch als es noch aufgesperrt ist, ist irgendwie bedrohend. Gesteigert wird das alles natürlich noch, als dann die ersten Morde geschehen, die aber knapp eine halbe Stunde auf sich warten lassen, was aber nicht heißen soll, dass diese ersten 30 Minuten langweilig sind, ganz im Gegenteil. Durch fast schon geniale Kameraführung und -einstellungen gelingt es Scott Spiegel nämlich, "Night of the Intruder" zum absoluten Kurzweiler zu machen. Schon allein die Story hat es in sich, auch wenn diese eigentlich ganz simpel ist.
Ein Supermarkt soll geschlossen werden und daher müssen die Marktleiter und ihre Angestellten länger als nach Ladenschluss bleiben, um die ganzen Artikel um den halben Preis herunterzusetzen. Zuerst mach Jennifers Ex-Freund Probleme, dieser wird jedoch bald aus dem Markt geschmissen. Bald gibt es aber sogar die ersten Morde.
Die Schauspieler agieren für einen Slasherfilm recht professionell und talentiert, somit werden keine Aggressionen seitens des Zuschauers aufgebaut, die schon hin und wieder entstehen, wenn dumme und unterbelichtete Filmcharaktere planlos durch die Gegend rennen, wie in vielen Slashern. "Night of the Intruder" hebt sich sowieso in jeder Hinsicht von den anderen Werken des Genres ab, nicht zuletzt aufgrund der superben Kamera und den überzeugenden Schauspielern. Die erste halbe Stunde ist der Film so gut wie in kein Genre zuzuordnen, es passiert wenig bis Nichts, bleibt aber stets äußerst unterhaltsam. Erst nach einer Zeit geschehen die ersten Morde, die für einen Film dieser Qualität überdurchschnittlich brutal und blutig ausfallen. "Night of the Intruder" kommt nämlich sehr seriös und professionell rüber, daher verwundern und schocken die Splattereffekte doch sehr, auch wenn diese nicht gerade zahlreich gesät sind. Sie zähen aber mit zu den realistischsten und besten, die ich bisher in einem Slasher gesehen habe. Alleine die Effekte mit der Hydraulik-Presse und in der Säge-Szene sind überragend.
Spannend ist der Film allemal, nicht nur in den Szenen, in denen der Killer hinter einem der späteren Opfer her ist, die Atmosphäre im Supermarkt, die vielen Gänge, die schönen Lichteinflüsse sind alles Gründe, die äußerst spannungsfördernd sind. Noch dazu kommt das ständige Rätseln, wer denn der Killer sein könnte. Und das ist eigentlich schon die einzige Gemeinsamkeit, die "Night of the Intruder" mit den meisten Slashern hat, denn wer der Mörder ist, bleibt bis zum Schluss unklar. Dafür gibt es wieder ein geniales Ende, das ich aber nicht verraten möchte.
Zwar nicht allzu bekannt, dafür aber umso überzeugender, mitreißender und fesselnder. Es macht Spaß, sich den Film anzusehen. Jede einzelne Sekunde. Ich würde sagen, absoluter Pflichtfilm für Fans von Slasher-, aber auch Splatterfilmen. Oder allgemein von Horrorfilmen. Man sollte sich nur bewusst sein, dass "Night of the Intruder" qualitativ vorne mit dabei und etwas ungewöhnlich für das Genre ist. 8,5/10 Punkte

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