Review

Ein Supermarkt, der geschlossen werden soll, beschäftigt in der letzten Nacht die Angestellten mit den Inventuraufgaben vor dem Ausverkauf. Die junge Jennifer arbeitet als Kassiererin, als plötzlich ihr Exfreund Craig auftaucht und sie drangsaliert. Nachdem er unsanft aus dem Laden entfernt wird, geschehen in der Nacht seltsame Morde. Natürlich ist scheinbar sofort klar, dass der verschmähte Craig sich an der ganzen Belegschaft rächen will, und einen nach dem anderen umlegt. Erstaunlich, wie Scott Spiegel an einem einzigen Schauplatz, nämlich in und vor einem Supermarkt, einen sehenswerten Slasher hinzaubert. Vor allem die gelungene Kamera und der Schnitt sorgen für Abwechslung, da gibt es einfallsreich subjektive Eindrücke zwischen Waren und Regalen und der Blickwinkel aus dem Einkaufswagen oder dem Telefon macht Laune. Nicht zufällig erinnert das an Sam Raimis Werke der 80er Jahre, denn der war nicht nur Weggefährte von Scott Spiegel, sondern ist hier auch, neben Bruce Campbell und Spiegel selbst vor der Kamera zu bewundern. Das Drehbuch braucht keine große Geschichte zu erzählen und dennoch kommt Spannung auf, denn das Tempo nimmt gekonnt und stetig zu, analog dazu werden die Morde blutiger. Wird da erst noch einiges angedeutet, sind die üblichen Erstechungen mit dem riesigen Küchenmesser im Mittelteil angesiedelt und im letzten Drittel geht es deftig zu. Da geht es im Fünfminutentakt zur Sache ohne die Portion rabenschwarzen Humors zu vergessen, die auch in geselliger Runde überzeugt. Selbst bei den teils ausgewalzten, harten Effekten kann man sich das Schmunzeln kaum verkneifen, an makaberen Einfällen mangelt es nicht. Wo sonst wird schon jemand z.B. mit einem abgesägten Kopf mehrfach niedergeschlagen oder samt Bierdosen aufgespießt, dass die rote Brühe schäumend hinunterläuft. "Bloodnight" entwickelt den sprichwörtlichen B-Moviecharme par excellence, wo wohl niemand oscarverdächtige Darsteller oder aufwendige SFX sucht. Statt dessen wird der Genrefan, fernab von Hollywoodprodukten mit einem klasse Ende belohnt, das zwar etwas abdriftet, aber was soll's, eben Spaß macht. Ähnlich wie "Tanz Der Teufel" ist auch dieser Film ein schöner Beweis dafür, dass eine simple Story und wenig finanzielle Mittel bei adäquater Umsetzung Wunder wirken können, dabei reicht ein nächtlicher Supermarkt für eine geniale Kulisse. Sehenswert.

Fazit: Hat alles, was ein B-Slasher braucht, dabei bestechend simpel und doch ungemein unterhaltend. 8/10 Punkten

Details
Ähnliche Filme