In einer amerikanischen Kleinstadt tauchen Charles Brady und seine Mutter Mary auf – äußerlich ein ganz normales Mutter-Sohn-Gespann. Doch in Wirklichkeit sind sie sogenannte „Schlafwandler“: katzenartige Wesen, die sich von der Lebensenergie jungfräulicher Mädchen ernähren müssen, um am Leben zu bleiben.
Charles sucht sich bald sein nächstes Ziel: die unschuldige und hübsche Schülerin Tanya Robertson. Während sich eine scheinbar normale Teenager-Romanze anbahnt, beginnt sich die düstere Wahrheit zu offenbaren – mit tödlichen Konsequenzen. Nur die Katzen der Stadt scheinen die wahre Natur der Schlafwandler zu erkennen – und stellen sich ihnen entgegen.
Schlafwandler ist ein typisches 90er-Jahre-Horrorfantasymärchen im Stil einer erweiterten Stephen-King-Kurzgeschichte – und fühlt sich auch genauso an. Die Story ist ungewöhnlich, fast schon skurril, aber dabei eigenständig und atmosphärisch. Wer mal was anderes will als den x-ten Spukhausfilm, könnte hier fündig werden.
Schauspiel & Figuren
Die Figuren sind teils sympathisch, teils bewusst überzeichnet. Charles, der Sohn, bringt etwas Tragik mit rein – fast wie ein tragischer Antiheld. Tanya wirkt wie die klassische „unschuldige Schöne vom Land“, was zur Geschichte gut passt. Die Mutter hingegen ist herrlich unsympathisch und erfüllt ihren Part perfekt.
Effekte
Handgemachte Effekte und Make-up funktionieren überwiegend sehr gut – gerade in den blutigen Momenten gibt’s schön handfesten 90er-Gore. Die einzigen echten Ausreißer nach unten sind die Morphing-Effekte beim Gestaltwandel – extrem veraltet und schon damals grenzwertig, heute fast unfreiwillig komisch.
Produktion & Atmosphäre
Im Vergleich zu anderen King-Verfilmungen der Ära wie Thinner oder Tommyknockers wirkt Schlafwandler irgendwie etwas hochwertiger produziert. Das Direct-to-VHS-Feeling ist zwar noch da, aber die Optik, das Sounddesign, inklusive epischem und sehr bekanntem Lied, und die Inszenierung stehen auf recht sichererem Fundament. Der Film atmet den 90er-Charme – inklusive etwas Trash, viel Nostalgie und leichtem Gothic-Flair.
Fazit
Sleepwalkers ist ein eigenständiger, angenehm seltsamer Horror-Fantasy-Mix mit ein paar Schwächen, aber einer einprägsamen Grundidee. Kein Mainstream-Horror, kein High-Budget-Kino, aber dafür ein kleines Kultstück für Stephen-King- und VHS-Fans.
Solider Genre-Beitrag mit Atmosphäre, Charme und Trash-Faktor – genau richtig für einen nostalgischen Horrorabend.