Review

In einer Szene in "Kill Bill Vol.2" sitzen Uma Thurman und David Carradine am Lagerfeuer. Er erzählt ihr etwas vom Fünf-Punkte-Herz-Pressur-Explosionsgriff und spielt auf einem riesigen Bambusrohr die Querflöte. Wer "Das Geheimnis des blinden Meisters" kennt, weiß woher das Zitat mit dem Musikinstrument stammt... Die Story um einen Martial Arts-Kämpfer, der sich in einer bizarren Fantasy-World auf dem Selbstfindungstrip befindet, wurde ursprünglich von Bruce Lee und James Coburn ersonnen. Es wäre mit Sicherheit nochmal so interessant geworden, hätten diese beiden Recken die Hauptrollen gespielt. Aber Carradine und sein Co-Star Jeff Cooper (mit der wohl grausamsten Filmfrisur aller Zeiten) sind auch nicht schlecht...

Kämpfer Cord ist auf der Suche nach dem Buch der Erleuchtung. Auf seinem Weg zu einem mysteriösen Zauberer trifft er einen nicht minder geheimnisvollen blinden Kung Fu-Meister, der auf seinem Bambusstecken Querflöte spielt und ihn mit allerhand kuriosen Lebensweisheiten füttert ("Wer seitwerts läuft, geht geradeaus", "Ein Schwert kann sich nicht selber schneiden" etc.). Cord´s Weg ist gesäumt von Kämpfen mit Affenmenschen und Tartaren, führt durch allerhand groteske Szenarien irgendwo zwischen griechischer Ägäis, altem Ägypten und Sahara. In einer besonders erinnerungswürdigen Szenen trifft er einen alten Kautz, der seit zehn Jahren im Ölfass hockt. Der Typ war spirituell eins mit dem Universum, bis ihn sein "Teil" wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholte. Dieses "Ding" muss nun eben weg..! Pures Gold!

Das David Carradine in diesem Edel-Humbug gleich vier Rollen spielt, ist nur eine von vielen bemerkenswerten Notizen. Regisseur Richard Moore hat es geschafft, einpaar hervorragende Bilder und Landschaftsaufnahmen einzufangen. Die Sequenz mit dem Typ im Ölfass erreicht fast schon den Surrealismus eines Alejandro Jodorowsky. Die Kämpfe hingegen hätten ruhig etwas ausgefeilter und abwechslungsreicher sein können. Insgesamt betrachtet bewegt sich "Das Geheimnis des blinden Meisters" irgendwo zwischen Pseudo-Philosophie und beinhartem Trash. Immerhin: Werke wie "Conan, der Barbar" bzw. die damit verbundene Barbarenfilm-Welle hat dieser Streifen mehr als nur eindeutig beeinflusst.

Fazit: Unterhaltsam, trashig und mit altklugem Geschwätz. Auf geile Weise irgendwie total GaGa. 7 starke hochverdiente Punkte deshalb!

Details
Ähnliche Filme