Jack ist ein Boxer auf dem Jahrmarkt. Er hat auch den Beinamen „One round Jack“, da es darum geht eine Runde gegen ihn zu überstehen, was allerdings ein schweres Unterfangen darstellt. Bis Bob auftaucht. Der ist zunächst erstmal schwer von der Kassiererin Nellie angetan, die die Tickets für die Veranstaltung verkauft. Sie ist gleichzeitig die Freundin von Jack, der im folgenden Kampf gegen Bob direkt auf die Bretter geht. Aus gutem Grund, denn Bob ist in Wirklichkeit kein normaler Jahrmarktsbesucher, sondern australischer Meister im Schwergewicht. Um in der Nähe von Nellie bleiben zu können, nimmt er Jack als Sparringspartner unter die Fittiche und trainiert ihn natürlich auch. Nicht nur sportlich entflammt ein Kampf, denn beide wollen Nellie haben.
Ein Box-Film aus dem Jahr 1927 wäre jetzt nicht zwingend meine erste Wahl, wenn er nicht von Alfred Hitchcock stammen würde. Da dies auch noch sein erster Film für „British International Pictures“ war und er obendrein erstmalig ein Drehbuch im Verbund mit seiner Frau Alma verfasste, galt dem Film natürlich noch ein übergeordnetes Augenmerk. Vorweg kann ich sagen, dass es sich absolut gelohnt hat. Das Liebesdrama und auch der sportliche Teil, ist spannend inszeniert und die Charaktere sehr schön ausgearbeitet. Hinzu kommen ein paar wunderbare Kabinettstückchen von Hitchcock. Das beginnt schon bei der Vielschichtigkeit des Titels, der im Original „The Ring“ heißt. Der könnte einerseits für den Boxring stehen, aber ebenso für einen Armreif. Oder doch eher für den Ehering? Zumindest die letzten beiden Ring-Varianten liefern auch die ikonische Szene für den Film, welche einfach überragend zusammengesetzt ist. Ein wirklich fantastischer Einfall, der innerhalb einer Sekunde das komplette Dilemma der Dreiecksgeschichte versinnbildlicht. Allerdings ist dies nicht der einzige glänzende Regie-Einfall, denn hier gibt es eine ganze Menge. Wenn man sich mit „Metropolis“ beschäftigt hat, bekommt man hier auch die Spiegel-Technik zu sehen, die Hitchcock wohl von Fritz Lang abkupferte. Dieses Zeitalter der Filmgeschichte ist einfach unglaublich interessant und auch spannend zu sehen, wie sich die Filmemacher gegenseitig beeinflussten. Man merkt „The Ring“ auch ganz einfach an, dass Hitchcock hier wirklich viel investiert hat. Er selbst sprach von einem Achtungserfolg, während die zeitgenössische Presse in England ihn als besten englischen Film aller Zeiten betitelte. Dies lag eben einmal am spannenden Drehbuch, was zudem auch nicht zwingend vorhersehbar gestaltet wurde und auch an den Charakteren, den Darstellern und eben an der technischen Seite des Films, die einfach beeindruckend ausgefallen ist.