Review

Gegenüber Francois Truffaut bezeichnete Hitchcock „Champagne“ als den wahrscheinlichen „Tiefpunkt seiner Karriere“ und auch wenn der Interviewer dem widersprach, so ist es doch, um bei der Wahrheit zu bleiben, ein zutiefst belangloser Film, ohne jegliche echte künstlerische Finesse.

Hauptproblem ist die Story, die einfach nicht sonderlich viel hergibt und sich darüber hinaus auch nicht wirklich etwas traut.
Die Geschichte der „wilden“ Millionärstochter und ihres (reichen) Galans, die heiraten wollen, worauf Daddy ein „Ich-bin-pleite!“-Komplott zulasten der Vergnügungssüchtigen schmiedet, ist zwar ein klassischer Stoff, aber im Wesentlichen bleibt der Film zu sehr Komödie und zu wenig Drama, was hier durchaus den Film hätte aufwerten können.

Noch komplett als Stummfilm gedreht, hat der Film hier und da ein paar nette In-Jokes, aber es dauert zu lange, bis die Handlung wirklich in die Gänge kommt. Ein kleines Rätselspiel wird dem Publikum mittels eines schnurbärtigen Herrn geboten, der das Mädel die ganze Zeit verfolgt und recht hintersinnig, ja bedrohlich erscheint, obwohl er immer höflich ist, doch am Ende löst sich die ganze Affäre in Wohlgefallen auf.

Da hilft auch das Engagement der Kleinen in einem Nachtclub als Blumenmädel wenig, nur in einer Traumsequenz wird es mal bedrohlich oder herabsetzend, ansonsten fügt sich sich sehr schnell in ihr Armutsschicksal und ist auch sonst recht tatkräftiger Dinge.
Ansonsten regieren viele Blicke und wenig Texttafeln, es geschieht aber relativ wenig, so daß man den Film problemlos mit doppelter Geschwindigkeit laufen lassen kann, ohne auch nur ein Detail zu verpassen.

Alles in allem also kein Wunder, daß Hitchcock den Film fast vergessen hatte, es ist zwar eine saubere Produktion und ordentlich gemacht, aber der Witz fehlt zu häufig und die Tragik hätte den Film extrem aufgewertet. Belanglose 4/10.

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