" Tennis, Schläger und Kanonen " war zu seiner Zeit in den 60gern eine erfolgreiche Detektivserie. Man kann fast sagen dass Magnum Heat eigentlich der Film zur Serie ist. Robert Culp hat schon damals bei ein paar Serien Regie geführt und dieser Film war sein Traumprojekt. Gut dass es da den jungen Walter Hill gab, denn dieser lieferte das Drehbuch und wirkte auch noch am Film mit. Robert Culp übernahm die Regie und hielt sich stark an die Serie. Das Budget war recht klein und es war sehr schwierig, da der Film doch einige Zerstörorgien bietet. Also bediente man sich vieler No Name Darsteller. Der Film selber ist zwar gut geworden, erbrachte aber nicht den gewollten Erfolg. Er hat es zwar immerhin in die Kinos geschafft, jedoch waren die Leute irgendwie nicht sonderlich daran interessiert, warum ist auch für mich fraglich, da der Film eigentlich alles hat was so ein 70er Jahre Film braucht. Danach schnappte sich Warner Home die Rechte und brachte ihn auf Video heraus. Aber Magnum Heat ist trotzdem im Publikum untergegangen und relativ unbekannt. Er läuft des öffteren auch im Free-TV in den dritten Programmen. Die Kritiken in den Zeitungen sind stets gut, also musst ich ihn mir auch mal anschauen und war eigentlich zufrieden. Aber etwas Besonderes sollte man hier nicht erwarten.
Inhalt:
Die Privatdetektive Hickey und Boggs sind pleite und haben keine Aufträge. Aber dann meldet sich der mysteriöse Rice und bittet die Beiden seine verschollene Freundin zu suchen. Hickey und Boggs beginnen zu ermitteln und merken bald dass auch noch andere finstere Gestalten an dem Mädchen Interesse haben. Bald gibt es die ersten Leichen und die beiden Detektive finden heraus, dass es nicht nur um das Mädchen geht, sondern auch um einen Geldkoffer mit 400000 Dollar Inhalt, der von einem Banküberfall stammt. Hickey und Boggs geben nicht auf und kommen in Konflikt mit den Gangstern. Als dann noch Hickeys Freundin ermordet wird, wollen die Beiden die Gangster in einem Showdown zur Strecke bringen.
Die Story sieht nach mehr aus, als sie wirklich ist. Es geht lädiglich um das Mädchen und um den Koffer, um ein paar Gangster und die beiden Detektive. Magnum Heat beginnt recht schlaff, es werden alle Figuren eingeführt, aber leider sind dies einfach zu viel und in den ersten zehn Minuten blickt man erst mal gar nichts. Dann sind da Hickey und Boggs, zwei unterschiedliche, aber amüsante Charaktere, welche den Plot etwas auflockern. Dann gibt es die erste Leiche und ab dann kommt auch der Film in Fahrt. Hickey und Boggs müssen sich mehrmals vor den Killern behaupten, was immer ziemlich bleihaltig ist. Lustig ist vor allem die Hotelszene, als Boggs dann den Wagen der Bösewichte in die Luft sprengt. Nach jedem einsatz müssen sich die Gangster immer einen neuen Wagen holen, da er in die Luft gefolgen oder zerschossen ist, aber ihr Boss hat ja eine Art Werkstadt, welche während des Films dann immer leerer wird.
Es geschehen noch ein paar Morde, unter anderem Hickeys Frau oder Freundin, also muss Boggs ihm wieder Mut machen und dann wird zum bleihaltigen Showdown geblasen, dort wird noch mal aus allen Rohren gefeuert und Hickey übt Selbstjustiz. Da gibt es dann noch einen hohen Sachschaden, ein Hubschrauber fliegt in die Luft, zahlreiche Autos werden zersiebt. Allgemein hat der Film einen hohen Verschleiß an Autos. Die Action ist recht hart und gut im Film verteilt, wenn mal geschossen wird, dann richtig, teils auch mit blutigen Einschüssen, Walter Hills Spezialität. Nur Prügeleien vermisse ich hier gänzlich, eine richtig gute Schlägerei hätte dem Magnum Heat sicher gut getan. Trotz der Action ist der Film aber etwas zu lang geraten. Man hätte einige Dialoge weglassen können, oder gewisse Figuren nicht so deutlich in den Film einführen müssen. Daher hat der Film auch ein paar Durchhänger.
Dafür fühlt man sich während des ganzen Films in die 70er Jahre versetzt. Die Kulisse wird zum Teil sehr exotisch gehalten, bietet aber auch eine gute Großstadtatmosphäre.
Der Sound ist auch richtig hübsch nostalgisch und passt einfach gut zum Geschehen. Hier wurden zum Teil auch einige Klänge aus der damaligen Serie genommen. Da man die Charaktere auch nah am Orginal hielt, tat man das Selbe auch mit dem Score und der Kulisse.
Bill Cosby hätte ich so eine ernste Rolle gar nicht zugetraut. Er ist eigentlich der Härtere der Beiden und auch der Vernünftigere, man erfährt auch im Film, dass er mal bei der Polizei war. Zum Schluss ist er richtig verbittert und will Rache. Cosby überzeugt in seiner Rolle, ich finde ihn hier sogar besser als in seinen unzähligen Comedyshows. Die härtere Rolle steht ihm gut, es hätte mehr davon geben sollen.
Robert Culp ist der geschwätzige und ideenreichere der Beiden, hat aber ein kleines Alkoholproblem. Aber er lässt einige Sprüche vom Stapel und sein Spiel ist amüsant anzusehen, vor allem wenn er betrunken ist
Cosby und Culp passen gut zusammen und sind auch im echten Leben sehr gute Kumpel.
Fazit:
Eigentlich der Film zur Serie. Am Anfang sehr verwirrend und kommt etwas schwerfällig in die Gänge. Aber es wird besser und man bekommt gute und vor allem bleihaltige Action geboten, dazu etwas Humor. Kulisse und Sound sind schick, einfach nett altmodisch. Die Story ist recht solide und es steht nichts im Wege, sich den Film einfach mal anzusehen. Auf jeden Fall ein harter aber überlanger Krimi.