Erneut Rauchschwaden über dem Küstenabschnitt, hinten das Meer, vorne die Zerstörung und die noch lodernden Flammen, Krater in der Landschaft, zerbombte Vehikel. Fremde Menschen sind vor Ort, mal Eindringlinge und Besatzer, mal Soldaten, die sich Freiheitskämpfer nennen und meinen und glauben, im Krieg gibt es so etwas wie Gut und Böse und Moral beim Töten. Eine Wagenkolonne fräst sich durch das Land, gefallene Gegner und Kameraden 'schmücken' den Strand. Ein Affe im Winter dort, Die Glorreichen hier, dort als Vorgeschichte, hier als Hauptbestandteil, militärisch aufgeheizt, die Waffen stets im Anschlag, der Tod jederzeit präsent. Ein Hinterhalt häuft die Berge weiterer Leichen auf, die Kugeln schneller als die flüchtenden Menschen, dazu Granatwerfer und andere vernichtende Artillerie, Explosionen zuhauf, ein grausiges Spektakel, die einzige Chance im Fliehen, im Verstecken, im Zickzacklauf:
April 1943, Tunesien. Ein Trupp Fremdenlegionäre soll eine Bank im Kriegsgebiet von El Ksour evakuieren, bzw. das dort vorhandene Gold sowie vielleicht auch den Bankdirektor Francois Laroche-Fréon [ Francois Perrot ] und dessen Frau Hélene [ Marie Laforêt ] in Sicherheit bringen. Schon bei der Ankunft wird der Konvoi von den Deutschen um Karl Brenner [ Matthias Habich ] und dessen Afrikakorps überrascht und nahezu restlos aufgerieben, bis auf Adjutant Édouard Mahuzard [ Michel Constantin ], Sergeant Pierre Augagneur [ Jean-Paul Belmondo ], sowie den Artilleristen Béral [ Jacques Villeret ] und Boissier [ Michel Creton ]. Uneins im weiteren Vorgehen schielen manche der Überlebenden auch selber auf das Gold, was die Verbindungen trotz weiter bestehender Todesgefahr nicht gerade festigt.
“Es gibt Situationen, da sind mir zwei mittelmäßige französische Soldaten lieber als ein guter deutscher.“
Das Schlachtfeld ist überschaubar und zuweilen uneinsehbar, es ist von allen Seiten umzingelt und umstellt, es ist nicht uneinnehmbar. Das Ziel ist greifbar und es ist direkt vor den Augen: der schnelle Tod oder das große Geld. Die vielen Verluste werden nicht groß beklagt oder betrauert, das eigene Leben und Überleben ist wichtig, und die beauftragte Mission und ihre Erfüllung ist natürlich das oberste Gebot, was selbst im staubigen Blutbad nur zählt. Fünf Leute sind noch über, dann vier, ein Kommandounternehmen war es mal gewesen, bald krabbelt man im Staub zwischen zerrissenen Metall und den Verwesenden.
“Na, was hälst du denn jetzt so von der Weltlage?“ - “Sie kann nur besser werden, würd' ich sagen.“
Das Ganze ist von Verneuil dabei mit Wert auch auf Effekt und Aktion und mit lockerem Mundwerk gestaltet, es gibt die aufflammenden Detonationen, es gibt die lockeren bis zynischen Sprüche, Bébel sprintet wie ein Hase über das Kriegsfeld. Gegenangriffe bei Nacht (“Es sind zwei. Was mich ankotzt ist ihre Missachtung. Die unterschätzen uns doch.“) lassen keine Atempause aufkommen, dazu wird eine Haubitze mit List und Tücke zurück erobert, Krieg hier abenteuerlich und abenteuerlustig, den 'Supersoldaten' von der SS wird der Mores gelehrt und heimgeleuchtet, das ist beige und sandfarben statt grün und Tarnfleck, das ist trotzdem Brian G. Hutton, das ist Agenten sterben einsam und vor allem Stoßtrupp Gold. (Entsprechende Remake-Vorwürfe konnten allerdings mit einer eigenen literarischen Vorlage, Pierre Siniacs gleichnamiger Roman von 1968 abgewendet werden.)
Bald herrscht eine Meuterei in der übriggebliebenen Truppe, Fahnenflucht, Verschwörung im Beisein des Feindes, Widerstand gegen seinen Vorgesetzten und Bankraub; einmal Legionär und bloß für den Sold und die geschenkte Freiheit tätig, immer Legionär, ein wüster Haufen mit eigenen moralischen Verständnissen, Uniform und Rangabzeichen sind schnell egal, Befehle gibt jetzt der mit der Hand an dem Gewehr. Es fallen Wortgefechte und Flüche, es fliegen die Fäuste, Landsmänner im Feindesland prügeln sich, vom Kriegsspektakel zum Gaunerstück, vom Wahnsinn zum Wirrsinn, für eine Komödie zu grob, für eine Groteske zu harmlos und für eine Satire zu wenig Biss und Grips.