Bruce Lee´s berühmtester Film, von ihm selbst in Szene gesetzt und das Drehbuch stammt auch von ihm. Im selben Jahr drehte er noch "Todesgrüße aus Shanghai" und ein Jahr später ging es für den Kampfsportmeister in die USA. Hier drehte er mit "Enter the Dragon" seinen besten Film. Leider verstarb er kurz darauf mit erst 33 Jahren. Seinen Sohn Brandon ereilte das selbe Schicksal. Er starb durch vermeintliche Platzpatronen, beim Dreh von "The Crow". Wäre dem nicht so gewesen, hätte uns dieses Vater-Sohn-Gespann noch einige gute Kampfsportfilme auf die Leinwand gezaubert.
Von seinem Onkel wird der kampferprobte Tang Lung (Bruce Lee) nach Rom geschickt. Dort soll er Chen (Nora Miao) und Onkel Wang (Chung-Hsin Huang) gegen ein Verbrechersyndikat beistehen, welches ihr Restaurant um jeden Preis aufkaufen möchte. Tang heizt der Bande mächtig ein, doch das Syndikat holt zum Gegenschlag aus und lässt aus Amerika den bisher ungesiegten Kampfsportler Colt (Chuck Norris) einfliegen. Mit ihm hat Tang einen würdigen Gegner gefunden.
Allein schon der finale Endkampf Bruce Lee vs Chuck Norris ist das Ansehen von "Way of the Dragon" wert. Gute fünf Minuten prügeln sich die Beiden im Kolosseum, wobei man natürlich schon vorher weiss, wer gewinnt. Bruce Lee agierte hier auch als Choreograph. Die Kämpfe fallen für dieses Baujahr sehr spektakulär aus. Mit Stöcken, Nunchakus, und selbst gemachten Holzpfeilen duelliert sich Bruce mit Dutzenden von Gegnern. Die Anzahl der Keilereien fällt aber relativ gering aus und man muss sich eine gute halbe Stunde gedulden, bis der Film richtig in Fahrt kommt. Dafür gefallen die harten Knochenbrecherfights immer und sind in der letzten Stunde oft vorhanden. Postiv zu erwähnen ist, dass man es nicht übertreibt wie üblich. Hier fliegt man nicht durch die Lüfte, schlägt Saltos. Man bleibt weitestgehend auf dem Boden der Tatsachen.
Die Story ist wie üblich recht platt geraten und ist quasi nur ein Aufhänger um die Prügeleien zu rechtfertigen. Die Kulisse Rom´s erweist sich als recht exotisch, auch einige Sehenswürdigkeiten werden uns gezeigt, wie zum Beispiel alte Ruinen und vor allem das alte Kolosseum. Es hätte keine bessere Stätte, für einen Endkampf zwischen zwei Titanen gegeben.
Bruce Lee hat noch nie durch sein Schauspiel überzeugt. Er agiert höchstens solide, die deutsche Synchro ist ganz passabel. Nur sein übliches Kampfgeschrei hätte er etwas mäßigen können, in manchen Szenen wirkt das nur noch lächerlich. Chuck Norris hat hier auch nur einen Gesichtsausdruck zu bieten, legte aber mit dieser Rolle einen entscheidenden Grundstein, für seine spätere Karriere. Nur über die Frisur möchte ich mich lieber nicht äussern. Das restliche Feld kann man lassen und dieser fragwürdige Hongkonghumor kommt nur ganz selten zur Geltung.
Es ist ein Kultfilm, trotzdem finde ich "Enter the Dragon" um Einiges besser. Auf jeden Film ist auch dieser Eastern das Ansehen wert. Sehr nostalgisch, tolle Kämpfe.