Review
von Leimbacher-Mario
Die da?!
Drei Männer, drei Künstler in Paris. Tanz, Gemälde, Klavier. Zwei Frauen, das Karussell und Chaos der Liebe. „An American In Paris“ zieht mit seinen Stars, seinen Farben, seinen Sets, seinem komplett künstlichen „Traumparis“ und vor allem seinen Tänzen alle Register. Maximales Melodrama, eine Telenovela aufgeblasen in Hollywood auf Großformat, perfekt zugeschnitten für's Kino. Und das ist nullkommanull despektierlich gemeint. Ganz im Gegenteil. Der Kitsch, die Choreos, die Gefühle und die Kinetik - dieses surreal-saubere Paris der Traumfabrik bringt einen zum Schwitzen, Schwelgen und Schmelzen…
Bruder vor Luder? Nix da, sagt uns „Ein Amerikaner in Paris“, der in Sachen mancher Klischees und Wendungen aus heutiger Sicht sicher nicht ganz unproblematisch und clever wirken kann, dem man seine Schauwerte, seinen Stil und seinen Charme als High Budget-Hollywood-Musical-Spektakel aber sicher nicht absprechen kann. Gene Kelly kurz vor „Singin' In The Rain“ auf dem Höhepunkt seiner Kunst und seiner Starpower, extrovertierte und unfassbar spektakuläre Sets, majestätische und oftmals gigantische Tanzchoreos mit unendlich vielen Statisten. Ein Cheesefest, aber mit enormer Klasse. Die drei Jungs sprühen vor natürlicher Spielfreude, die zwei Damen könnten unterschiedlicher nicht sein und sind dennoch beide zauberhaft. Es gibt surreale Tanz- und Traumrevuen, es siegt das Herz, Hollywood lässt hier die Muskeln spielen. Eine Art Musicalepos der artifiziellsten aber dennoch anbetungswürdigen Romantik.
Fazit: (Studio-)Stadt der (Tanz-)Liebe! Eines der ansteckend fröhlichsten und positiv künstlichsten Hollywoodmusicals aller Zeiten. Farbenfroh, rauschhaft, realitätsfern. Und gerade deshalb traumhaft! Plus ein einmaliger Gene Kelly auf seinem Zenit.