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Jerry Mulligan malt, Adam Cook spielt Klavier, Henri Baurel singt. Die drei Freunde verdingen sich so im Paris der frühen 50er Jahre und schlagen sich mehr oder weniger durch. Der Fokus in diesem von Vincente Minnelli inszenierten Filmmusical liegt auf dem von Gene Kelly verkörperten Mulligan und wie es das Gesetz dieser Filme will, gibt es eine dünne Handlung mit Romanze und allerlei Gesang und Tanz. Romanze heißt hier, dass der Kriegsveteran die junge Lise (Leslie Caron) für sich gewinnen will, nicht wissend, dass diese mit seinem Kumpel Henri liiert ist. Das ist der dramatische Part, der keiner ist, aber sowas wie „An American in Paris“ schaut man wohl auch nicht wegen der Handlung, sondern dem Drumherum. Und dieses kann sich durchaus sehen lassen.

Dass Kelly und Caron was draufhaben, lässt sich hier in einigen Sequenzen bewundern. Das gilt ebenso für das musikalische Spiel von Oscar Levant als Cook, der auch über komödiantisches Talent verfügt, „seine“ Sequenz wirkt dennoch ungelenk in den Film gequetscht. Die Kulissen, Kostüme und die Ausstattung sind chic, wenn auch alles nach Studiobühne aussieht. Eine ausufernde Sequenz gegen Ende beeindruckt mit der Inszenierung, gleiches gilt für die Einführung der Figur der Lise im Gespräch zwischen Henri und Adam. Inhaltlich kann der Streifen da nicht mithalten. Die Geschichte ist nützlich hingebastelt bis zur völlig konstruierten letzten Szene und vom zeitgenössischen Witz über Rothäute bis zum Altherren-Stalking ist das Werk eben auch ein Kind seiner Zeit. In Farbe und bunt mit netten Songs, mehr aber auch nicht.

„That‘s quite a dress you almost have on.“

Wer sich für gekonnt vorgetragene Choreographien begeistern kann, ist hier richtig. Wer sich mehr als eine vorhersehbar konstruierte Geschichte erhofft, eher nicht.

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