Review

Die Zahnfee hatten wir auch schon mal, im mittelmäßigem „Fluch von Darkness Falls“ wurde sie erstmals zu einer bösen Sagengestalt umfunktioniert.
Jetzt tritt die Alte mit schwarzer Kutte erneut in Erscheinung, um das Umfeld einer netten amerikanischen Familie abzumurksen. Das ist nicht weiter originell, noch sonderlich aufregend, aber passabel unterhaltsam und stellenweise sogar ein wenig charmant.

Da haben wir also die liebe Familie: Er ist ehemaliger Arzt und will just aus dem Gebäude eine Pension machen, welches anno 1949 Heim der bösen Zahnfee war. Sie ist irgendwie Anwältin und hat die zehnjährige Tochter Pam dabei, ein Kind im Wackelzahn-Alter.
So kommt es dann auch, nachdem Pam die Bekanntschaft mit dem etwa gleichaltrigen Geisterkind Emma (natürlich ein Opfer der Zahnfee) gemacht hat, verliert sie ihren letzten Milchzahn, doch bevor die böse Zahnfee es im letzten Akt auf Töchterchen und Zahn abgesehen hat, müssen noch ein paar Unbeteiligte dran glauben.

Nunja, es hätte mir besser gefallen, die Zahnfee schwebend zu sehen, die Maske sieht auch blöde aus, so macht das Wesen mit schwarzer Kutte einen nicht allzu bedrohlichen Eindruck und taucht im Verlauf zu selten auf.
Etwas mehr Eindruck hinterlassen jedoch ihre teilweise recht harten Mordmethoden. Da wird einer durch den Häcksler geschoben, die Nagelpistole verwendet, ein Pillermann entfernt und es quillen sogar Innereien. Eine Härte, die sich der leicht naiven Grundstimmung nicht so recht anpassen will.

Denn zuweilen ist das niedlich, wenn Töchterchen sich mit dem Geisterkind unterhält, welches natürlich noch nie etwas von Harry Potter gehört hat und in der Umkleidekabine als Radio ausgegeben wird, da natürlich ausschließlich das Kind die Geister sieht und wahrnimmt (später tauchen noch weitere Geisterkinder auf). So wird die Heldenrolle auch eher dem Kind zugeschustert, was hier nicht nervt, weil die Kleine ihre Rolle nicht überstrapaziert und ordentlich spielt.

Etwas weniger rosig sieht es da im Bereich der Erwachsenen aus, da sind mal wieder alle Frauen blond, sehen gleich aus und könnten auch vor zwei Jahren noch im letzten Hochglanzporno mitgewirkt haben. Eine davon ist die Mutter, eine weitere ein ehemaliges Starlet, das jetzt angeblich Tierärztin werden will und später kommt noch eine nervige Aura-Ausrichterin hinzu, die diverse Chakren glücklicherweise nicht allzu lange fließen lässt.
Auf der Seite der Herren gibt es einen emotionslosen Musiker, den Besitzer der Pension und immerhin zwei Rednecks von der Tankstelle, die sich ebenfalls mit der Familie anlegen, bis es sogar zu einer kleinen Prügelszene kommt. Ansonsten bieten die beiden selbstverständlich optimales Opferpotential für die Zahnfee, die insgesamt leider wenig Schrecken verbreitet.

An sich ist das Erzähltempo okay und wird ab Minute 50 auch drastisch angezogen, doch bis dato wartet man vergebens auf Schreckmomente, der Ablauf ist durch und durch vorhersehbar und zum Showdown kommt - wie immer passend – Sturm mit Gewitter auf. Erst dann, nachdem einige unnütze Dialoge die Laufzeit streckten, lediglich ein paar drastische Morde die Langeweile unterbrachen, kommt etwas Feuer ins Spiel (auch inhaltlich). Endlich glauben die Erwachsenen der Theorie des Kindes und plötzlich weiß man sich gegen die Kutte zu wehren.

Ist aber alles in allem erträglich, manchmal eher drollig als angsteinflössend, und zuweilen herrlich simpel, was den klischeelastigen Ablauf, inklusive „Sie sollten besser gehen, bevor es zu spät ist“ betrifft, das Augenzwinkern ist nicht zu übersehen.
So bekommt man zwar keinen gelungenen Grusler geboten, aber einen halbwegs unterhaltsamen Streifen, der recht kurzweilig vonstatten geht.
5 von 10

Details
Ähnliche Filme