"Embryos, die in künstlichen Gebärmüttern wachsen. Erstaunlich, wie weit es die Wissenschaft gebracht hat." So beginnt Cloned, ein typisches B-Movie mit ein wenig Story, ein wenig Background, passablen Darstellern und dem solchen Filmen üblichen 08/15-Handlungsschema.
Im Forschungslabor Norwest geht nicht alles mit legalen Mitteln zu, da werden schon mal ethisch-moralische Grenzen und auch das ein oder andere Klonverbotsgesetz übertreten. In jedem Fall aber geht es um richtig viel Geld. Als Forscher Dr. Mason dainter kommt will er aussteigen, doch muß er mit seinem Leben dafür bezahlen.
Auch Skye, eine Kollegin, stöbert im Unternehmen rum. Sie verlor ihren Sohn und ist der festen Überzeugung, daß er am Leben ist, hat sie ihn doch schließlich in einem Ferienort entdeckt. Doch es stellt sich heraus, daß es sich nicht um ihren Sohn handelt. Letzte Zweifel bleiben. Erst ein DNA-Test bringt die grausame Wahrheit an den Tag.
Ohne überraschende Wendung arbeitet der Film das Storyboard Schritt für Schritt ab, ohne grandiose Specialeffects oder faszinierende Highlights, dafür mit solider Umsetzung eines Themas, das bislang im großen Stil von Hollywood noch nicht entdeckt wurde. So richtig fesselnd ist der Film zu keiner Zeit, alles dümpelt seich vor sich hin, aber ohne sich Patzer zu leisten. Die gängigen Klischees der Standardbausteine kleiner Möchtegernfilmemacher werden wie das ABC brav Schritt für Schritt abgearbeitet (Traumsequenz, hysterische Anfälle, weibliche Intuition). Man kommt nicht umhin sich zu fragen, warum das ganze so aufgebauscht wird.
Denn letztlich stellt sich schnell heraus: Der Film setzt das Thema Bioethik und dessen wirtschaftlichem Interesse um und zeigt die damit verbundenen Gefahren auf. Da dies aber durchaus langweilig geraten wäre, muß man halt noch ein bißchen Story, Krimi, Mord und Totschlag einbauen, nicht zu letzt etwas Romantik und schon paßt die Sache. Ein wenig FBI-Ermittlungen hier, etwas auf eigene Faust rumschnüffeln dort, und schon ist das Menü angerichtet.
Aus dem Thema wäre mehr herauszuholen gewesen, gute Ansätze waren durchaus da und die Rollen mit brauchbaren Schauspielern ordentlich besetzt, teilweise sogar unterfordert (großer Lichtblick: Tina Lifford in Höchstform). Bleibt fast zu hoffen, daß das Thema an anderer Stelle umgesetzt wird oder ein fesselnderes Remake gedreht wird. Potentiale sind vorhanden.
(5/10)