Review

1956 wurde mit "In 80 Tagen um die Welt" das Jules Verne-Buch "Die Reise um die Erde in 80 Tagen" aus dem Jahr 1873 verfilmt. Die Produktion stellte mit vielen Weltstars und einem Budget von 6 Mio. Dollar alle anderen Filme der damaligen Zeit in den Schatten, wurde für 8 Oscars nominiert und bekam immerhin 5 Trophäen (auch als bester Film).

Zu Beginn des Films wird dem Zuschauer kurz der Protagonist Phileas Fogg (gespielt von David Niven) vorgestellt.
Er ist ein recht arroganter, steifer und reicher britischer Gentleman, der zu seinem Butler nicht gerade freundlich ist, weshalb dieser völlig fertig ist und kündigt.
Kurz darauf behauptet Fogg bei einem Kartenspiel mit vier anderen Reichen Briten, dass es möglich sei, die Erde in 80 Tagen zu umrunden, was die anderen für unmöglich halten. So entsteht eine Wette, bei der Fogg in 80 Tagen einmal den Globus umrunden muss und dabei als Wetteinsatz sein Vermögen aufs Spiel setzt.
Wenig später beginnt Fogg zusammen mit seinem neuen Butler Passepartout die Weltumrundung, und zwar in einem Heißluftballon.
Die Ballonfahrt ist, wie eigentlich der gesamte Film, visuell sehr schön umgesetzt worden. Egal ob Fogg sich gerade in Spanien, Indien, Hongkong oder Amerika befindet, überall sind die Schauplätze sehr gut gelungen.
Allein durch den Wechsel der Szenarien und der Fortbewegungsmittel (u.a. Schiff, Zug, und auf einem Elefanten) ist so Abwechslung garantiert.

Leider sind manche Szenen aber etwas zu lang geraten, z.B. der Tanz in der spanischen Bar und der darauffolgende Stierkampf im 1.Drittel des Films hätten deutlich kürzer dargestellt werden können.
Das ist allerdings eine der wenigen Schwächen des Drehbuchs, denn der Plot ist ansonsten sehr geschickt aufgebaut.
So werden z.B. immer wieder im Film Reaktionen der Wettpartner Foggs gezeigt, die das Fortkommen Foggs genau beobachten und kommentieren; außerdem erlebt Fogg auf seiner Reise andauernd Überraschungen, z.B. dass er von der Polizei verfolgt wird, sein Butler verschwindet usw.
Zudem ist das Abenteuer auch halbwegs amüsant, da immer wieder witzige und ironische Bemerkungen fallen und es auch hin und wieder Situationskomik gibt.

Dass einem Phileas Fogg trotz der oben beschriebenen Arroganz sympathisch ist, liegt zum einen an seinem Mut, die Wette einzugehen, vor allem aber am Darsteller David Niven, der den reichen Briten perfekt verkörpert. Auch andere Schauspieler machen ihre Sache sehr gut, wie beispielsweise Robert Newton als Scotland-Yard-Detektiv Mr.Fix.

All das macht "In 80 Tagen um die Welt" zu einer gelungenen Abenteuer-Komödie, die sehr unterhaltsam ist, aber für heutige Verhältnisse schon ein wenig Tempo vermissen läßt.
Trotzdem ein empfehlenswerter und abwechslungsreicher Klassiker.
Meine Wertung: 7/10.

Details
Ähnliche Filme