Da wurde 1956 ein für die damalige Zeit bespielloser Aufwand getrieben für einen dreistündigen - und damit mindestens anderthalb Stunden zu langen - Film.
Der spleenige, englische Junggeselle Phileas Fogg verwettet in seinem exklusiven Londoner Club sein halbes Vermögen darauf, dass er in 80 Tagen um die Welt reisen könne, und macht sich mit seinem soeben neu engagierten Kammerdiener Passepartout und der anderen Hälfte seines Vermögens in Geldscheinen noch am selben Tag auf den Weg. Es gilt dabei vielerlei Hindernisse zu überwinden, die allesamt dazu dienen, die allergängigsten Folklore-Klischees über die jeweils gerade bereisten Länder bunt auszumalen und ausgiebigst breitzutreten: vom Stierkampf in Spanien über die Witwenverbrennung in Indien bis zum als Volksfest gefeierten Wahlkampf in Amerika, jedesmal mit aufwendigst arrangierten Massenaufzügen zu Marschmusik und Klimbim. Das alles dauert und dauert und dauert - bis die nächste, "dramatische" Wendung der Geschichte wieder daran erinnert, dass man es doch eigentlich eilig hat mit dieser Reise...
Nebenbei wird dann noch Prinzessin Aouda vor der Verbrennung bei lebendigem Leib in Indien und Kammerdiener Passepartout vor selbiger bei den Sioux in Amerika gerettet, wobei selbst noch ein Indianer-Angriff auf den Zug so einfallslos stereotyp ausgewalzt wird, dass man dabei einzuschlafen droht.
David Niven als arroganter, spleeniger Engländer und Cantinflas als pfiffiger Kammerdiener bewahren den Film immerhin mit schrulligem Charme und Witz davor, vollends in der Langeweile des Breitwandschinken-Kitschs zu versanden. Die 1956 noch sehr junge Shirley MacLaine bleibt dagegen als Prinzessin Aouda farblos; von dem Glanz ihrer späteren Rollen ist in diesem Film leider noch nichts zu spüren. Robert Newton als schmieriger Inspector Fix bringt als Widerpart noch ein wenig Spannung ins Spiel, ohne dabei sonderlich originell zu wirken. Ansonsten eine lange Liste berühmter Schauspieler in belanglosen Nebenrollen.
Unterm Strich ein allenfalls durchschnittlicher Film, der nur mit zwei Dingen aus dem Mittelmaß herausragt: mit dem enormen, finanziellen und personellen Aufwand, der dafür getrieben wurde - und mit rekordverdächtigen Längen. Radikal auf die Hälfte zusammengeschnitten wäre dieser Film entschieden besser gewesen. Doch das konnte man schlecht tun: irgendwie mußte man dem Publikum all das bunte Konfetti ja auch zeigen, für das man so viel Geld verbraten hat.