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Flags of our Fathers stellt die Ereignisse des Krieges um die Insel Iwojima und die gleichzeitige gesellschaftliche Situation im kriegsmüden Amerika dar. In dem Film wird vorrangig der Mythos mit der Fahne und den Soldaten auf dem Berg Suribachi geschildert, welcher den Amerikanern neuen Kriegsmut gab und ihnen die Kraft für den endgültigen Sieg gab. Eigentlich zeigt der Film die Soldaten, welche bei dieser geschichtlichen Aktion dabei waren, und die Promotour durch Amerika, allerdings werden diese Szenen immer wieder durch Vergangenheitseinschübe der "Helden" unterbrochen und auf diese Art und weise deutlich negiert.

Von schauspielerischer Seite aus ist Flags of our Fathers sehr gut durchdacht und die Schauspieler wurden nach ihren Vorbildern sehr sorgfältig ausgesucht. So passt das junge Gesicht von Ryan Phillippe perfekt in die Rolle des ebenfalls recht jungen John "Doc" Bradley, welcher einer der berühmt gewordenen Soldaten war. Phillippe schafft es die Emotionen, die ein Sanitäter in der Kriegszeit brauchte, deutlich und ausdrucksvoll an den Mann zu bringen. Noch eindrucksvoller ist meiner Meinung nach allerdings die schauspielerische Leistung von Adam Beach, der seinerseits den Indianer Ira Hayes mimt. Ira ist die tragische Figur in der Geschichte und jeder Amerikaner macht sich, obwohl er auch einer der "Helden" ist, über seine Herkunft als Indianer lustig. Desweiteren schafft Beach die Gefühlsausbrüche die Ira immer wieder hat, perfekt nachzuahmen und so diese Emotionen dem Zuschauer so real wie möglich nahe zu bringen. Der Rest des Casts ist wie von anderen Eastwoodproduktionen gewohnt sehr gut und macht den Film auch nicht weniger lobenswert.

Das wichtigste Element des Films ist allerdings die Geschichte, die über die Geschichte der Welt erzählt wird. Flags of our Fathers will zeigen, das die Szenen, die damals in den Medien publik gemacht wurden, eigentlich keine Leistung sondern nur ein Umstand mehrerer Zufälle war. Jedoch war für Medienstars und Kriegsbefürworter dieses Ereignis das Mittel zum Zweck um an weitere Kriegsmittel zu kommen und daher wurde ein einziges Bild von sechs Soldaten, welche eine amerikanische Flagge mit anscheinend letzten Kräften hissen, zu einem Megaevent, was anscheinend alle Menschen in Amerika wieder an ihre Stärke glauben ließ. Eastwood zeigt hier allerdings wieder ganz deutlich, das nicht die sechs Personen, sondern die tausenden Toten, die im Krieg gefallen sind, die eigentlichen Helden des Krieges sind. Daher kommt die Gesellschaftskritik im Film auch nicht zu kurz.

Einziges kleines Manko im Film sind die leider immer wieder auftretenden Hänger in der Dynamik des Films. An manchen Stellen wirkt der Film irgendwie unfertig und etwas undurchdacht, was man ansonsten kaum von Eastwood kennt. Dem Film hätten 120 Minuten allemal gereicht um das auszudrücken, was man sagen wollte, die 20 Minuten extra schaden mehr als das sie helfen würden. Vielleicht sind es aber auch gerade die Szenen, die man als nicht Amerikaner nicht verstehen kann. Ich für meinen Teil habe mich allerdings manchmal etwas alleingelassen gefühlt.

Mit Flags of our Fathers ist nach dem völlig verkorksten Pearl Harbor doch noch ein gelungener Film über die historischen Momente der amerikanischen Seite des Krieges erschienen. Der Film profitiert von seinen guten schauspielern und einem sehr abgeklärten Regisseur. Auch die Geschichte die erzählt wird kann überzeugen, doch leider ist der Film etwas zu lang geraten und kann daher nicht die Klasse des Films über die Zeit hindurch halten.

Fazit: 7/10

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