Bestimmt kennen viele den niederländischen Dick Maas-Thriller "Verfluchtes Amsterdam", in dem ein Serienmörder als Taucher die Grachten unsicher macht. Weitaus weniger haben mit Sicherheit von "The Monster of Venice" (OT) gehört, der diese Idee bereits über zwei Jahrzehnte vorher aufgriff. Venedig statt Tulpenstatt, Jacke wie Hose - denn dieser Möchtegern-Chiller kann leider in keinerlei Punkten überzeugen.
Die Story: Ein Verrückter mit Mönchskutte und Totenkopfmaske entführt schöne junge Frauen in sein Kellergewölbe, um sie dort zu töten und als private Ausstellungsstücke zu benutzen. Als Taucher zieht er nachts durch die Wasserkanäle von Venedig, um das nächste Opfer zu suchen...
Zugebenermaßen klingt die Story sehr vielversprechend, die filmische Umsetzung ist jedoch an Ödheit kaum zu übertreffen. Wirklich Nerven aus Stahl hat jener Zuschauer, der nicht permanent den Fast Forward-Modus bedient. Der Anfang, der den Irren in seiner Behausung und danach auf Beutezug zeigt, ist noch recht vielversprechend, doch dann geht es mit dem Streifen rapide bergab: nur ödes Geplänkel, wobei hier der Auftritt eines Elvis Presley-Doubles noch am erheiterndesten ist. Lediglich das Finale hat es in sich, bis dahin ist jedoch so mancher vorzeitig weggepennt oder hat frühzeitig aufgesteckt.
"The Embalmer" funktioniert weder als Früh-Giallo noch als italienisches Pendant zu den Edgar Wallace-Filmen. Zwar werden Erinnerungen an Werke wie D´Amato´s "Buio Omega" oder vor allem an den Dick Maas-Reißer wach, doch ist der Streifen nicht umsonst über viele Jahre hinweg in der Versenkung verschwunden. "The Embalmer" wurde des öfteren in Kombi mit ähnlichen Ergüssen wie "The Corpse Grinders" oder "The Undertaker and his Pals" gezeigt und befand sich damit in bester Gesellschaft... 2 von 10 Punkten.