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In "Geronimo" erzählt Actionwestern-König Walter Hill die wahre Geschichte des letzten großen Indianafeldzuges, der sich rückblickend wie eine einzige Farce und Offenbahrungseid für die US-Streitkräfte bzw. die amerikanische Indianapolitik darstellt. Regisseur Walter Hill ("Ausgelöscht") liefert zu diesem spannenden Kapitel der us-amerikanischen Geschichte des ausgehenden 19. Jahrhunderts gewohnt meisterliche Bilder, einen intensiven Score und harte wie stimmig choreographierte Actionszenen. Die faszinierend eingefangene Landschaft der amerikanischen Badlands, vor welcher sich die quasi längenfreie und vor allem packende Handlung abspielt, ist schon für sich absolut beeindruckend - ebenso erstklassig gestaltet sich aber auch die schauspielerische Besetzung des Filmes mit den Haudegen Gene Hackman und Robert Duvall als hartgesottene, alternde Kämpfertypen. Ihnen zur Seite stehen Jason Patric und Matt Damon als idealistsche Kavallerie-Leutenants, die in der Pointierung ihrer Rollen jedoch bisweilen für meinen Geschmack etwas zu jugendlich und gefühlsgesteuert wirken. Andererseits macht genau dieser Umstand ihre Charaktere als Kontrast zum kampferprobten Veteranenstadl zusätzlich interessant.
Im Part des revoltierenden Indiana-Häuptlings Geronimo hat sich last but not least Wes Studi eingefunden. Mir war er zwar bis dato kein Begriff aber er verleiht seiner Rolle dennoch eine absolut beeindruckende Ausdruckskraft und ebenso eine hohe Autenzität.

Überhaupt ist "Geronimo" sehr um einen realistischen Anspruch bemüht und im Zusammenspiel mit der tollen Inszenieung ergibt sich für den Zuschauer ein hochinteressantes, atmosphärisches und auch anklagendes Westerndrama, das mit der Deportation der letzten, noch in Freiheit lebenden Apachen seinen tragischen Ausklang nimmt. Ein echter Tip für alle Freunde des Genres!

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