No Return ist die Geschichte eines Mannes namens Bobby Joe, der in Hollywood Filmkarriere gemacht hat und nach zehn Jahren in sein Heimatstädtchen zurückkehrt. Aufgrund seines Biker-Outfits schlägt ihm nach und nach der volle Hass der strenggläubigen konservativen Gemeinde entgegen, was letztendlich zur Katastrophe führt.
Wem dies bekannt vorkommt, hat natürlich Recht. Regisseur Feigelson begann im Herbst 1969 mit den Dreharbeiten zu No Return sicherlich auch in der Absicht, an dem überragenden Erfolg von Easy Rider zu partizipieren. Allerdings ist ihm dies nicht gelungen. Im Gegensatz zu Easy Rider ist No Return weit davon entfernt, ein Kultfilm zu sein. Es gelingt Feigelson einfach nicht, das Lebensgefühl der Woodstock-Generation stimmungsvoll herüberzubringen. Die durchaus interessante Filmstory wird von den allesamt weitgehend unbekannten Protagonisten emotionslos umgesetzt. Der Zuschauer hat es demnach auch schwer, sich mit den Charakteren zu identifizieren. Jim McMullan legt seine Rolle des Bobby Joe an wie der gute Junge von nebenan, so kreuzbrav, dass man den ihm entgegengebrachten Hass beim besten Willen nicht nachvollziehen kann. Unfreiwillig komisch wirkt es dann auch, wenn Bobby Joe's Freundin Jenny mit ihren immerhin schon 28 Jahren ihrem Vater gegenüber beteuern muss, noch unberührt zu sein.
Dieser Debütfilm von Julius D. Feigelson ist zwar ein Kinofilm, kommt aber über das Niveau einer durchschnittlichen TV-Produktion nicht hinaus. Feigelson hat danach, wie seine drei Hauptdarsteller auch, überwiegend für das Fernsehen gearbeitet.
In den USA startete The Windsplitter im Jahre 1971 und floppte gewaltig. In Deutschland sollte es nicht anders sein. Ein unabhängiger Kleinstverleiher namens "A.P.-Film" (nicht zu verwechseln mit A.B.-Film), sicherte sich im Herbst 1973 für wenig Geld die Rechte an The Windsplitter, nannte den Film No Return und brachte ihn mit erheblichem Werbeaufwand in die Kinos. Er schaltete große Sonderanzeigen in den Tageszeitungen und versah die Plakate mit einem werbewirksamen Text. (Falls auf dem deutschen Kinoplakat nicht deutlich zu erkennen, hier noch einmal der Originaltext):
...manche werden diesen völlig kompromißlosen Film ablehnen, wegen seiner Aggressivität,
wegen seiner Provokation, die hier wirklich unter die Haut geht. Sie werden überheblich sagen,
das alles sei überspielt.
...die anderen, vorwiegend die Jungen, werden auch hier uneingeschränkt "ja" sagen zu
diesem faszinierenden Film, weil sie wissen, daß es das tatsächlich gibt, was man in diesem
schockierenden Film erlebt.
...und eins ist sicher: NO RETURN wird niemand vergessen!
Der Film lief allerdings in den meisten Kinos nur eine Woche; viele setzten ihn mangels Zuschauerinteresse schon nach einigen Tagen wieder ab. A.P.-Film schloß daraufhin kurze Zeit später wieder seine Pforten, sein einziger Film No Return fand keinen Übernahmeverleih und verschwand somit in der Versenkung. Er geriet hierzulande wie auch in den Staaten vollkommen in Vergessenheit.
Dennoch, sooo grottenschlecht war der Film nun auch wieder nicht. Eine Ausstrahlung im Kabelfernsehen wäre sicherlich wünschenswert gewesen. Umso erfreulicher ist es, dass im Mai 2006 nun doch ein Label The Windsplitter auf DVD herausbrachte. Allerdings nur in den USA. - Mit ein Grund für die Veröffentlichung war sicher auch der Umstand, dass der damals noch völlig unbekannte Tobe Hooper in einer Nebenrolle zu sehen ist. Drei Jahre später landete Tobe Hooper mit seinem Kultschocker Texas Chainsaw Massacre einen Riesenerfolg. Der Vater des Bobby Joe in No Return wird im übrigen verkörpert von Jim Siedow. Siedow spielte in den Filmen TCM 1 und 2 von Tobe Hooper aus den Jahren 1974 und 1985 den degenerierten Vater der Chainsaw-Family.