Irgendwann musste der Durchbruch für einen so talentierten Regisseur wie Steven Soderbergh ja kommen, mit "Out of Sight" war es dann soweit. Zwar war der Film an der Kinokasse nicht sonderlich erfolgreich (trotz Clooney und Lopez, normalerweise Publikumsmagneten), aber er setzte eine Duftmarke in Hollywood, die ihm schließlich zu seinem heutigen Status mitverhalf.
Soderbergh erzählt seine Geschichte mittels Sprüngen zwischen den Zeitebenen. Diese Verschachtelung bringt erstens Abwechslung und lenkt zweitens von der in Wirklichkeit etwas spannungsarmen Story ab, die an und für sich wenig neues mit sich bringt. Durch die nicht vorhandene Chronologie ist die Aufmerksamkeit des Zuschauers natürlich mehr gefordert, dennoch ist "Out of Sight" eher ein Film zum Zurücklehnen und Genießen, trotz diverser Gewalteinlagen, die aber durch die stets vorhandene Selbstironie und den groovigen 70er Soundtrack mit Jazz-Anleihen abgemildert werden.
Zudem präsentiert sich mit Clooney ein selten charmanter Bankräuber, dem wohl alle weiblichen Zuschauer hinterher schmachten dürften. Als Pendant ist Jennifer Lopez zu sehen, die als FBI-Marshall mit Prinzipien mal nicht nur süß ausschauen muss, sondern sogar annehmbar schauspielert. Ein beachtlicher Supportcast um Vingh Rames, Catherine Keener und Luis Guzmán runden die Sache ab, zum Schluss gibt's sogar noch einen coolen Cameo.
Beachtlich ist die Optik, die zwischen bläulich-kühl, retro und stechend hell in den Gefängnisszenen wechselt. Die verschiedenen Stilmittel der Visualisierung setzt Soderbergh wie später in "The Limey" und "Traffic" bereits hier perfekt ein.
Letztendlich ist das wahrscheinlich für Mainstream-Gewöhnte alles zu schrill, zu gewagt und ein richtiges Happy-End fehlt natürlich auch. Aber genau dafür sollte man einen Mann wie Soderbergh schätzen, selbst wenn es möglicherweise erst Liebe auf den zweiten Blick ist.