Peter Easy Rider Fonda ist Tom Hunter, ein resoluter Mittdreißiger, der nach einigen Jahren in der Großstadt (gescheiterte Ehe inklusive) mit seinem Sohn Dylan (Gino Franco) aufs Land zurückkehrt. Sein Vater Jeff (John Doucette) und sein Bruder Charlie (Scott Glenn) nehmen den Heimkehrer freundlich auf, denn eine helfende Hand ist auf der großen Ranch immer gut zu gebrauchen, zumal sich die Hunters seit einiger Zeit mit einem hartnäckigen Unternehmer namens Pierce Crabtree (Philip Carey) herumschlagen müssen, der ein "nein" als Antwort nicht gelten läßt. Crabtree will sein gewinnbringendes Bauprojekt mit allen Mitteln durchboxen, und daß die Hunters und deren Nachbarn nicht verkaufen wollen und auf stur schalten, bringt den Großkotz in Rage. Wie die Hunters bald feststellen müssen, schreckt Crabtree selbst vor feigem Mord nicht zurück, um sein Ziel zu erreichen. Um zu zeigen, daß mit ihm nicht zu spaßen ist, überfallen seine Schergen Charlie und dessen schwangere Frau Carolee (Kathleen Miller) in ihrem Haus, verfrachten die beiden in ihr Auto, füllen sie mit Alkohol ab und rollen sie anschließend in eine Schlucht. Die beiden verbrennen hilflos. Trotz allem denken die Hunters nicht daran, die Ranch aufzugeben, woraufhin Crabtree den Druck weiter erhöht. So lange, bis Tom endlich der Kragen platzt und er mit gleicher Münze zurückzahlt.
Jonathan Demme (The Silence of the Lambs) begann seine erfolgreiche Regiekarriere beim "King of the B's", Roger Corman, mit dem vielversprechenden Women-in-Prison-Movie Caged Heat (1974). Man konnte erkennen, daß hier ein talentierter Regisseur am Werk war, der es verstand, dem altbekannten Stoff seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Bei Fighting Mad gelingt ihm dies leider nicht. Der wiederum von Corman produzierte Streifen ist nette aber wenig aufregende Standardware im Fahrwasser von weit besseren Filmen wie Walking Tall (1973) oder Mr. Majestyk (1974), der einfach das gewisse Etwas fehlt. Obwohl im Prinzip ein Exploitationfilm, schielt Fighting Mad für meinen Geschmack zu sehr Richtung Mainstream und bleibt deshalb viel zu brav und formelhaft. Etwas Mut zum Risiko, ein wenig mehr Ecken und Kanten, und die eine oder andere eigene Idee hätten diesem Film sehr gut getan.
Was jetzt nicht heißen soll, daß Fighting Mad schlecht wäre, denn das ist er ganz bestimmt nicht. Peter Fonda mimt einen sympathischen Helden, der jedoch seltsam abgebrüht durch das Geschehen wandelt, als ob ihn das alles gar nichts anginge. Das Potential der faszinierenden Lynn Lowry (I Drink Your Blood, The Crazies, Shivers, Cat People) wird leider verschenkt; sie ist als Hunters "Love Interest" Lorene völlig unterbeschäftigt, macht sich aber - zur Freude ihrer Fans - immerhin nackig. Die Trennlinie zwischen Gut und Böse ist klar und deutlich gezogen, Grauzonen scheint es keine zu geben. Bemerkenswert ist, wie einfach es Jonathan Demme gelingt, Emotionen zu schüren. Als Zuschauer haßt man das Schurkenpack vom Fleck weg und man hofft, daß Hunter die so gefühl- wie gewissenlos dargestellten Verbrecher ausradiert. Zwischendrin zeigt Demme immer wieder Bilder der Zerstörung: gewaltige Sprengungen, die Löcher in die Natur reißen, und Bulldozer, die alles brutal niederwalzen, was ihnen im Weg steht. Wenn Tom dann für das letzte Gefecht noch zu Pfeil und Bogen greift, ist der trendige Ökotouch dieser David gegen Goliath-Variante kaum noch zu übersehen. Fighting Mad ist solide gemacht, packend, tempo- und actionreich umgesetzt, und dramaturgisch routiniert erzählt. Das schmeckt nicht schlecht, aber einen etwaigen Nachschlag lehnt man dankend ab.