Von MiB (Medien Vertrieb in Buchholz) wurde man die letzten Jahren mit mehr oder weniger miesen B-Horror-Filmchen verwöhnt. Beachtlich dabei ist die Tatsache, dass bei vielen dieser DTV-Veröffentlichungen bei Gewalt- und Splatterszenen die Schere angesetzt wurde. Auch "UKM - The Ultimate Killing Machine" setzt diesen Trend fort.
Im Auftrag der US-Army experimentieren, unter Leitung von Major Blevins (Michael Madsen), der Wissenschaftler Dr. Strohheim (John Evans) und die Ärztin Lena (Deanna Dezmari) an Menschen mittels eines Serums, für den perfekten Soldaten zu erschaffen. Nachdem das erste Projekt mit dem in Vietnam gedienten Seargant Dodds (Simon Northwood) völlig außer Kontrolle geriet und dieser zur aggresiven Bestie mutiert ist, entschließt man sich, dieses Experiment an "schwächeren" fortzuführen. Was eignet sich da besser als psychisch/charakterlich angeschlagene Heranwachsende, die sich freiwillig zum Dienst melden?
Unter manchen Freiwilligen pickt man sich schließlich die vier untauglichsten raus. Dieses Quartett besteht aus dem Säufer Waylon (Mac Fyfe), dem brillentragenden Looser Buddy (Steve Arbuckle), der schüchternen Ausreißerin Carrie (Erin MacKinnon) und zuguterletzt der cracksüchtigen Zoe (Victoria Nestorowicz).
Diese kommen in dem "Drill-Camp" an und bemerken schnell, dass es dort nicht so zu geht, wie sie sich das vorgestellt haben. Das Camp gleicht einem heruntergekommenen Hospital, das Quartett wird eingesperrt. Nach der ärztlichen Untersuchung durch die eiskalte Lena wird einer nach dem anderen aus der Stube rausgebracht, um kurze Zeit später,bewusstlos und leicht eptileptisch wirkend, auf einer Trage wieder zurückgeschleppt zu werden. Nachdem die vier Teens wieder volles Bewusstsein erlangen, entschließen sie sich, aus dem Camp auszubrechen. Doch drei Dinge werden die Sache nicht gerade leichter machen: Major Blevins und eine Handvoll G.I.s stehen ihnen im Weg, außerdem wurden sie auch mit dem Serum infiziert, dass sie zu Tötungsmaschinen machen soll - zusätzlich befindet sich Sergeant Doods noch in dem Gebäude, und sehnt sich danach, seinem Blutrausch freien Lauf zu lassen....
"UKM" fängt vielversprechend an : Nach der gelungenen Einführung mit Sergeant Doods´ Operation stellt man das Quartett in bester "American Pie"-Manier vor. Die Dialoge bei der Musterung sind recht originell ausgefallen, die Witze sitzen und zudem kann man den vier, trotz der vielen Laster, Sympathie zusprechen.
Leider ist der Mittelteil, der zwei Drittel der Filmlänge in Anspruch nimmt, absolut debil ausgefallen. David Mitchell kann sich wohl nicht so recht entscheiden, was er denn nun drehen wollte. Auf jeden Fall stimmt im weiteren Filmverlauf die Mischung aus Humor und Horror keineswegs - dies mindert den Genuss und lässt auf der Flucht nicht wirklich Spannung aufkommen. Zudem ist der gesamte restliche Cast aus Ärzten, Soldaten etc.) völlig unglaubwürdig geraten - so extrem, dass es zu ungewollter Komik führt. Auch manche Dialoge und Handlungen der vier Looser haben manchmal derbe Hänger, dass man nur noch den Kopf schütteln kann. Die absolute Tiefpunkt-Szene hat dann Michael Madsen für sich inne, als er das wieso, weshalb, warum erklärt. Selbst wenn er während diesem einschläfernden Vortrag gefurzt hätte, hätte er eine Erklärung für den Furz abgegeben... Eine grausame Leistung in einem mittelprächtigen Film, die Madsen da abgibt. Nach diesem Streifen wird er wohl nicht mehr so schnell eine Rolle bekommen.
Dass das Serum verstärktes Verlangen nach Sex als Nebenwirkung hervorruft, hätte man genauso gut weglassen können, da dies auch einfach nur doof und unlustig wirkt.
Die Teens liefern trotzdem annehmbare Schauspielleistung ab, aus denen Brillenträger Buddy zum Schluss etwas rausragt. Einzig und allein "The Killing machine" Doods hat keine Hänger und sorgt für bessere Momente.
In der letzten Viertelstunde steigt die Qualität unerwartet wieder nach oben. Endlich kommt etwas Drive in die Kiste, und manche blutverschmierten Gesichter erinnern ein wenig an das Finale von "Scream".
Der Soundtrack ist zudem für solch eine Produktion gut gelungen - nach immer passender musikalischer Untermalung kann man auch noch desöfteren ordentliche Punk-Musik begutachten (u.a. von Flotation Toy Warning, Air Traffic Control, Clothes make the man, Citizen A).
"UKM - The Ultimate Killing Machine" könnte durch und durch eine Produktion von Troma sein, auch wenn in diesem Fall doch etwas professioneller gearbeitet wurde und der Film Hochglanz-Optik bietet.
Wenn man ein Faible für Trash hat, Erwartungen nicht allzu hoch ansetzt und keinen Anspruch auf Logik und Story legt, kann man sich den Film eventuell mal ansehen.
Naja, irgendwie hat dieser Scheiß mir dann doch Spaß gemacht.
5,5/10