Review

Wieder führt das Militär geheime Experimente durch und wenn im Anschluss nicht gerade Riesenschlangen, Bluthunde oder unkaputtbare Wespen dabei herauskommen, müssen eben Soldaten und Randgruppen-Teens herhalten.

Mal gut, dass der Streifen sich nicht allzu ernst nimmt und das etwas eintönige Geschehen ab und an mit blöden Sprüchen auflockert, denn knapp 80 Minuten in einem schlecht ausgeleuchteten Fabrikhallenlabyrinth zu verweilen, ist eigentlich nicht sonderlich unterhaltsam.

Hier haust auch der ehemalige Elitesoldat Dodds, der unter der Projektleitung von Major Blevins (Michael Madsen) von Dr. Stroheim und Assistentin Lena einem freiwilligen Experiment unterzogen wurde. Doch danach mutierte er zu einer nicht mehr kontrollierbaren Kampfmaschine und musste weggesperrt werden.
Also soll das Experiment mit vier mehr oder minder Army-freiwilligen Teens wiederholt werden, die noch nicht ahnen, was auf sie zukommt.

Als recht lustig gestaltet sich jedoch die Einführung des Quartetts bei der Musterung. Die kurze Vorstellung der Figuren reicht zumindest für eine erste Einschätzung aus: Der Unbekümmerte, die Crackschlampe, der Hornbrille tragende Loser und die prüde Schüchterne. Erheiternde Dialogpassagen wie „Wie oft haben sie sich eingenässt? – Wie? In einer Nacht?“ finden später leider seltener Verwendung.

In der geheimen Forschungsanstalt angekommen, wundern sich die vier zunächst über ihren karg ausgestatteten Aufenthalts/Schlafraum, über die erneute Musterung durch Assistentin Lena (spontane Erektionen der beiden Herren inbegriffen) und nicht zuletzt über die Prozedur, nach der jeder von ihnen leicht zuckend auf dem Bett festgeschnallt aufwacht.
Endlich entscheidet man sich für eine spontane Flucht, die von ihren Bewachern zunächst planmäßig geduldet und beobachtet wird. Doch diese ahnen nicht, dass sich Kampfmaschine Dodds bereits befreien konnte.

Nun, und wofür diese Experimente? Major Blevins bringt das später knapp auf den Punkt: Es fehlen die Rekruten!
Und was so eine Prozedur, basierend auf einer radikalen Stammzellenveränderung, alles hervorbringen kann. Jeder sieht plötzlich frischer aus, Buddy benötigt keine Brille mehr und man verfügt generell über ungeahnte körperliche Kräfte, die allerdings nur im Erregungszustand aktiviert werden. Nebenwirkung: Man kann auch rattig werden, was in völlig unpassenden Momenten für kurze Hormonschubanwandlungen der Teens führt und das allgemein spannungsarme Geschehen kurzfristig auflockert.

Denn allzu viel Anlass zur Freude bietet der Ablauf nicht. Da grummelt sich Dodds durch die Gänge, um die wenigen Military-Typen auszuschalten. Blevins wiederum hat bereits den Zeitzünder zur Explosion des Gebäudes in Kraft gesetzt, falls er Dodds nicht aufhalten könne und unsere Teens bleiben vorerst verschont, zumal sie auch untereinander anecken und sich schnell provoziert fühlen. Später nehmen auch sie Reiß-Aus vor dem Unhold, auf dass man rechtzeitig einen Ausgang finden möge, bevor alles in die Luft fliegt.

Sonderlich spannend gestaltet sich das nicht, die Kulissen sind furchtbar karg und bieten keine Abwechslung und leider spielt sich fast der komplette Ablauf innerhalb dieses öden Schauplatzes ab.
Zwar kloppt man sich auch mal untereinander und später darf auch Dodds seine kräftigen Hände anlegen, aber die deutsche Fassung von M.I.B. enthält uns größtenteils vor, wie blutig das ablaufen könnte. Bis auf eine angedeutete Enthauptung, einen Kopfschuss und ein zermatschtes Gesicht (als Resultat, von weiter weg) fehlen eventuelle Grausamkeiten.

Trotz eindimensionalen Ablaufs wird es aber zumindest nie wirklich langweilig, die unbekannten Jungdarsteller mühen sich redlich, so dass einem die Figuren recht schnell sympathisch sind. Nur Madsen kann als Major Blevins nicht so recht überzeugen, er macht eine durchweg coole Mine zum eigentlich gelangweilt wirkenden Spiel.

Kann man sich also so einen Military-Frankenstein-Quatsch überhaupt geben?
Joo. Denn er verläuft insgesamt angenehm kurzweilig und streut erfreulicherweise immer wieder leicht komödiantische Passagen ein, die auflockern.
Leider findet die Hatz ausschließlich an einem Schauplatz statt, möglicherweise Budget bedingt. Kleine Ortswechsel hätten gewiss etwas mehr Abwechslung ins Spiel gebracht, während ein paar Eindrücke von außen – wer gab den Auftrag, wie reagiert das Umfeld, wer fördert das etc. , den Stoff sicher nicht so aus der Luft gegriffen hätten erscheinen lassen.

Wer sich also mit nur wenigen Zutaten und einem leichten Trashfaktor anfreunden kann, könnte sich mit UKM einigermaßen arrangieren, - zumindest für Zwischendurch oder Nebenher.
5 von 10

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