Was haben Matt Damon, Angelina Jolie, Alec Baldwin, Robert de Niro und Joe Pesci gemeinsam? Sie sorgen für Spannung und gelungene Unterhaltung! Jaja, da red ich wieder mal so neunmalklug daher - was in der Vergangenheit richtig war muß nicht grundsätzlich immer gelten. Spätestens "der gute Hirte" beweist jetzt: ein immenses Staraufgebot ist noch kein Garant für einen guten Film.
Robert de Niro in allen Ehren - er ist ein toller Schauspieler. Aber als Filmemacher hat er bei diesem Werk versagt. Die Story ist an sich ja schon nicht der Reisser, da hätte man einiges an Pepp einbringen sollen um den nötigen Drive zu erreichen. Aber mit Matt Damon war das von vorneherein unmöglich und zum Scheitern verurteilt. Fade Story, fader Hauptdarsteller - nein, so wird das nichts. Nun, man könnte annehmen daß der Rest für ausgleichende Gerechtigkeit sorgt. Weit gefehlt. Jolie muß sich in die unglaubwürdige Rolle des braven Hausmütterchens begeben, Baldwin als Russenagent lächerlich machen und de Niro darf ein paar humoristische Diabetiker-Einlagen an den Tag legen. Unpassend und lahm, sorry - aber das war nix. Achso ja, über den Pesci-Joe reden wir erst gar nicht (um was ging's da nochmal?).
Tja - drei Stunden stillsitzen und zugucken, nein, das hältst Du nicht aus. Hier ist echt alles grau und fad geraten: die Scenery, die Akteure - und tatsächlich auch noch der Soundtrack! Gedudel vom allerfeinsten, sowas paßt in Ludolfs Küche, aber ganz sicher nicht zu einem CIA-Historienfilm.
Besonders schlimm finde ich aber einen ganz anderen Aspekt: akzeptieren wir mal daß die Schauspieler fehlbesetzt sind und ihre Qualitäten verpuffen. Akzeptieren wir weiterhin daß das Buch grottenlangweilig ist. Akzeptieren wir außerdem auch noch das ganze Bohei als mißlungen. Wir werfen das alles in einen Topf und machen einen großen Deckel drauf - und vergessen die Suppe. Was bleibt? Richtig: die Frage nach dem "was will uns der Autor damit sagen". Jeder Waldorfschüler darf Rose Ausländer Gedichte in der Oberstufe interpretieren üben, ich muß sagen das schult ungemein, aber hier versagt die größte Phantasie: ich habe keine Ahnung was die Quintessenz dieses Streifens sein soll. Mir fehlt jeglicher Antrieb zu ergründen wozu dieser Film gut sein soll. Soll die CIA porträtiert werden? Nein. Deren Historie? Nein. Ist es eine Biographie über Edward Wilson? Auch nicht. Ja was ist es dann? Ein Familiendrama? Ein "die CIA ist ein blöder Haufen und liebe Leute seid mir ja bloß vorsichtig" Film?
Ich weiß es nicht und noch viel schlimmer: es ist mir auch völlig egal. Robert de Niro glänzt in vielen Rollen aber sicher nicht als Urheber vom "guten Hirten". By the way: ich erbitte um dringendste Aufklärung wer der "gute Hirte" überhaupt sein soll. Auch das konnte ich nicht herausfinden.
(3/10)