Normalerweise musste Ian Jacklin seine Rübe immer in Neben- und Fieslingsrollen hinhalten, in „Death Match“ spendiert man ihm ausnahmsweise mal den Hauptpart.
John Larson (Ian Jacklin) und Nick Wallace (Nick Hill) sind die besten Freunde und schlagen sich durch. Unter anderem heuern beide als Dockarbeiter an, doch als sie merken, dass sie für Waffenschmuggler arbeiten, wollen sie den Job hinschmeißen – was natürlich nicht ohne Prügelei mit diversen Übelwichten geht. Besagter Kampf wirkt leider arg gestellt und künstlich, was nicht unbedingt Gutes ahnen lässt, doch die restlichen Actionszenen des Films machen mehr her.
John will weiterziehen, sich einen richtigen Job suchen, Nick seine Knete als Käfigfighter verdienen. John ist gar ehemaliger Kampfsportchamp, will aber nicht mehr kämpfen, nachdem er einen Opponenten totschlug. Altes Klischee und so geht es weiter: Beim Kampf für den Gangster Paul Landis (Martin Kove) weigert sich Nick seinen Gegner zu töten und verschwindet daraufhin spurlos – damit zwingt man dann den Ex-Champ natürlich wieder zu kämpfen.
So sucht John nach seinem Freund, unterstützt von der Reporterin Danielle Richardson (Renee Ammann). Bald merken sie, dass sie Nick nur über die Untergrundkämpfe finden, die Landis und sein Champ Mark Vanik (Matthias Hues) beherrschen...
Anfang und Mitte der 90er trafen sich scheinbar andauernd die gleichen Schauspieler an Sets von Prügelfilmen. Warum Ian Jacklin nur einer unter vielen blieb, wird schnell klar: Kämpfen kann der Mann, doch zu einer B-Größe mangelt es ihm an Schauspieltalent und Ausstrahlung. Matthias Hues gibt das blonde Schlagetot-Unsel mal wieder recht gut, Martin Kove absolviert seinen Fieslingspart hingegen eher routiniert. Renee Ammann hat wenig zu vermelden, in einer Nebenrolle als Kind darf auch die zierliche Kampfsportlerin Michelle ’Mouse’ Krasnoo mittun. Dazu kommen noch Benny ’The Jet’ Urquidez, Eric Lee und Steven Vincent Leigh, alle jedoch in unwichtigen bis unnötigen Minirollen verschwendet, denn kämpfen darf keiner von ihnen. Ebenso verschwendet: Richard Lynch, der eine einzige Szene spendiert bekommt.
Erzählerisch hat „Death Match“ seine Stärken und Schwächen. Positiv ist sicherlich die Tatsache, dass man sich schon recht ordentlich auf den Mainplot konzentriert, die obligatorische Lovestory zwischen Fighter und Reporterin wird in wenigen Szenen abgehandelt, sodass relativ wenig von dem Kampf gegen Landis’ Syndikat ablenkt. Leider ist der Film da erzählerisch wenig homogen: Nach dem Auftakt geht es vor allem um die Käfigmatches, nur damit diese im letzten Drittel gar keine Rolle mehr spielen und man sich außerhalb des Ringes schlägt. Auch die Schilderungen der Syndikatsmachenschaften sind einfach nur eingefügt, um mal eine Explosion oder ein blutiges Shoot-Out unterzubringen.
Abgesehen von besagter Ballerei und einer netten Autojagd konzentriert sich „Death Match“ aber rein aufs Geprügel. Die Fights sind hart, ordentlich inszeniert und wirklich gut choreographiert, wenngleich es stellenweise etwas mehr sein dürfte – gerade der Showdown könnte spektakulärer sein. Ansonsten darf der Genrefan seine Freude an den Kämpfen haben, schließlich sind sie auch von Art Camacho und Benny ’The Jet’ Urquidez in Szene gesetzt, wenngleich man bei der Combo vielleicht noch etwas herausragendere Fights hätte erwarten können.
Doch alles in allem ist „Death Match“ immerhin recht flott erzählt und bietet genug Action, um sich in den Bereich des gehobenen Mittelmaßes zu retten. Originell ist die Chose nicht, erzählerisch sind Mängel zu beklagen, aber solides Prügelentertainment für den Genrefan wird dennoch geboten.