Sie haben von Camping eigentlich keine Ahnung, aber das hält die sieben arglosen Teenager nicht von ihrem Ausflug in die Wildnis ab. Allerdings werden sie vom sprichwörtlichen Pech verfolgt: Mysteriöse Dinge ereignen sich in den Wäldern von Colorado. Nach und nach verschwinden immer mehr Freunde. Ist was dran an der Legende vom verrückten Killer Miles?
Um es vorweg zu nehmen, ich hab mich mit Decampitated hervorragend amüsiert und das obwohl ich sonst mit Debilhumor nicht viel am Hut hab, denn um nichts anderes dreht es sich hier bei dieser Variante der Slasherverballhornung aus dem Hause Troma. Über viele der Gags in dem Film konnte ich sogar herzhaft lachen (ob das jetzt gutes Humorverständnis oder beginnende Demenz meinerseits ist sei jetzt einfach mal dahingestellt). Allerdings muß man sich auf den Humor doch ein wenig einlassen, da er doch sehr speziell ist und ich kann wirklich jeden verstehen der aus diesem Werk einen Totalverriß macht.
Kommen wir doch zunächst mal zu den Fakten. Man darf auf keinen Fall den Fehler machen und sich die deutsche Synchro antun, da die total platt und unpassend ist. Unbedingt die englischsprachige Tonspur wählen. Gedreht wurde das ganze mit dem billigsten Camcorder von der Grabbeltheke eines Billigdiscounters. Der Humor ist wie gesagt extrem gewöhnungsbedürftig, wer mit Slapstickeinlagen und Dauergrimassiererei nichts anfangen kann Finger weg. Die Witze sind dabei rabenschwarz geraten. Wenn ein Typ einen Zapfhahn in den Wanst bekommt und munter ausblutet, dann unrealistischerweise wieder aufwacht und sich als einzigstes lauthals darüber beschwert, das jemand seine Uhr geklaut hat, hat aber zumindest mein Humorzentrum getroffen, vom absolut gelungenen Anfangsgag mal ganz zu schweigen.
Wenn man der Tittenmaus zu Beginn glauben darf, hat der ganze Film gerade mal 15000 Dollar gekostet, die größtenteils für Kunstblut und Fake Props draufgingen, denn der rote Lebenssaft fließt hier reichlich, ohne jedoch horribel zu wirken. Die ganze Story ist dermaßen abgedreht, die Charaktere so was von überzeichnet, das eh niemand Gefahr läuft den Film auch nur für eine Sekunde Ernst zu nehmen. Allein schon wenn der Imkermasken tragende Killer mit schwuchtelig hoppelnden Gang (sieht ungelogen wirklich so aus) durch die Wälder hüpft ist ein breites Grinsen fast unausweichlich.
Die Darsteller sind schauspielerisch Troma typisch mal wieder keinen Schuß Pulver wert, haben aber ein gewisses komödiantisches Talent. Hier wird overacted das sich die Balken biegen und so blöde gucken kann von Natur aus bestimmt auch niemand. Jeder benimmt sich so hirnrissig wie möglich und macht sich zum Affen so gut er oder sie kann, aber man merkt das die unbekannte Truppe dabei einen Riesenspaß vor und hinter der Kamera hatte.
Was übrig bleibt ist Trash in Reinkultur, am besten genießbar mit ein paar Tassen Bier und guten Kumpels, da werden 90 Minuten ratz fatz vorbeigehen. Wer mit der Thematik "Vollhirnis allein im Wald" nicht kann, sollte einen weiten Bogen um den Streifen machen. Ich fands sogar im nüchternen Zustand zum schießen.
8/10