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Charlie Croker wird entlassen - nicht aus seinem Job, sondern aus dem Gefängnis um einen Job zu erledigen: "The Italian Job". Die Chinesen liefern Italien eine Palette Goldbarren nach Turin, und naja, bevor immer die Mafia zuschlägt könnte das ja eigentlich mal eine englische Gentlemen-Truppe erledigen. Angespitzt von einem kürzlich verstorbenen Freund (ein wahrlich bedauerlicher Unfall...) beschließt Croker diesen Deal durchzuführen, benötigt aber dabei Unterstützung von Mr. Bridgers schnellen Eingreiftruppe. Bridger sitzt im Gefängnis, was ihn allerdings keineswegs davon abhält die Fäden in der Hand zu behalten.

Croker ist smart, charismatisch und hat diese einzigartige Mischung typisch britischen Humors und Steifheit, die so unterhaltsam wirkt wie James Bond und Monty Python zusammen. Keine Frage, das hier vorliegende Original hat Kultcharakter - bei uns weniger, dafür umso mehr bei unseren Inseleuropäern. Liegt vermutlich auch an den zahlreichen Kultzitaten, die schlichtweg nur im englischen Original funktionieren. Der Grund, wieso jeder Engländer diesen Film in- und auswendig kennt.

Doch auch davon abgesehen liefert "The Italian Job" reichlich Futter für spätere Remakes und angelehnte Szenen. Wilde Verfolgungsjagden, Serpentinen entlangrasen, durch Hinterhöfe heizen, statt Türen ganze Autos sprengen ("You're only supposed to blow the bloody doors off!") und jede Menge coole Sprüche - so manches findet sich in ähnlicher Form an neuerer Stelle wieder, und damit meine ich nicht nur im Remake. Sogar einige James Bond Szenen erinnern an "The Italian Job".

Michael Caine ist gut besetzt, ebenso natürlich Noel Coward als legendärer Mr. Bridger. Einfach stark, wie genial Regisseur Peter Collinson diese Figur umsetzt. Bridger ist der Chef, in jeder Sekunde, in jeder Situation, egal ob bei den Knastinsassen, seinen Leuten, auf der Toilette oder sogar beim Gefängnisdirektor. Und Caine wiederum hat draussen seine Leute im Griff - und auch die Mädels.

Matt Monro's "On Days Like These" wurde durch diesen Film Kult, nicht zuletzt auch wegen der für damalige Verhältnisse krassen und aussergewöhnlichen Anfangssequenz, dessen Aufklärung erst später erfolgt, die mit diesem Song ansonsten wort- und grußlos unterlegt ist.

Wer immer die Möglichkeit hat diesen Film im Original auf Englisch anzusehen dem sei hierzu wärmstens geraten, am besten in Begleitung englischer Freunde - so wird dieser Film zum unvergesslichen Erlebnis. Achja, dabei nicht wundern wenn mehr als die Hälfte aller Dialoge lautstark mitgesprochen werden. Für Engländer ist dieser Film nunmal Kult.

(8/10)

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