Ein Film, den man einfach gesehen haben muss und man muss nicht einmal lesbisch dafür sein.
Von Eltern und Freunden als Lesbe entlarvt, wird Megan kurzerhand ins "drollige" Camp "True Directions“ abgeschoben, wo verwirrte und desorientierte Schwule und Lesben vom sündigen und direkt in die Hölle führenden Weg der Homosexualität wieder auf den göttlichen und tugendhaften Weg der heterosexuellen Liebe zurückgeführt werden sollen. Nachdem die im Camp angekommene Megan zunächst nur mit einem zerknitterten Leibchen bekleidet und von den anderen Campern in einem Stuhlkreis umzingelt endlich ihre "perverse" Neigung eingestanden hat, läuft alles zunächst ganz gut. Die Jugen reparieren Autos und hacken Holz (oder sie versuchen es zumindest) und die Mädchen putzen, kochen und nähen. Was heterosexuelle Menschen eben so machen.
Als sich Megan jedoch in die markante Graham verguckt, gerät alles aus dem Ruder, zumal die Disziplin der anderen Camper auch mehr als zu wünschen übrig lässt.
So lässt sich kurz und (sehr) sarkastisch der an die Realität angelehnte Plot (Camps wie das im Film gezeigte gibt es im Land der unbegrezten Möglichkeiten wirklich) umschreiben.
Regisseurin Jamie Babbit bringt das Thema derart überspitz aufs Celluloid, dass jedem mehr oder weniger aufgewecktem Zuschauer die Absurdität des Austreibens der Homosexualität vor Augen geführt wird.
Allein das Video, mit dem Megan im Camp aufgenommen wird, lässt einen Tränen lachen, da es einfach so beknackt ist und sich dabei geradezu tödlich ernst nimmt.
Da zeigt man dem Zuschauer Kinderfotos eines jungen, hübschen Mädchen, dass ja ach so glücklich war, bis sie eines Tag zu einem homosexuellen Lebensstil verführt wurde. Zur Bikerin in Lederkleidung (völlig zugekifft) mutiert, wird sie von ihrer hartherzigen Freundin betrogen und gequält. Erst nachdem sie das Fünf-Stufen-Programm von „True Directions“ absolviert hatte, konnte sie auf ewig glücklich werden (also heiraten und Kinder kriegen).
Die Mädchen sind stehts in rosa, die Jungen in himmelblau gekleidet und der Sohn der Campleiterin ist schwuler als alle anderen Camper zusammen (daher auch der Hass der Campleiterin auf Homosexuelle).
Nichtsdestotrotz gibt es auch ernste und bedrückende Momente. Nach einem Besuch in einem Nachtclub, werden prompt Megans Eltern herbeigerufen, die ihr deutlich zu verstehen geben, dass sie, solle sie sich nicht von ihrer Homosexualität "heilen" lassen, zu Hause nicht mehr erwünscht sei.
Abschließen tut der Film allerdings mit einer der schönsten Liebeserklärungen die ich je gesehen habe. Wer keine feuchten Augen bekommt, wenn Megan die Pompoms schwingt um die eingeschüchterte Graham zurückzugewinnen und ihr ihre Liebe zu beweisen, muss wirklich ein Herz aus Stein haben.