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Auch in Mexiko wird scheinbar der übliche Einheitsbrei gekocht, wenn es um deutliche Anlehnungen an die typische Horrorfilmwelle Japans geht.
Hier wurde die Legende der `La Llorona´ (Die Weinende) dazu verwendet, die üblichen Geisterkinder, weinende Tote und das mehrfache Huschen an einem gespenstischen Ort einzubringen. Das ist okay, aber alles andere als einfallsreich.

Im Zentrum steht die Unfallstelle auf einer Landstraße nahe eines Waldes, wo just die junge Agata einen kleinen Jungen angefahren zu haben glaubt. Sie steigt aus, wird danach selbst überrollt und landet mit amputierten Beinen im Koma.
Ihre Zwillingsschwester Catalina, sowie zwei Freunde klappern die Unfallstelle mehrfach ab, wobei sich verstärkt mysteriöse Ereignisse breit machen, bis eine alte Frau über geisterhafte Erscheinungen zu berichten weiß. Nun ist es an Catalina, ihre Schwester aus dem komatösen Zustand zu befreien und den Geistern im Zwischenreich ihren Frieden zu geben.

Wirklich gelungen boshaft erscheint lediglich die Auflösung, der Rest bietet altbekannte Schockmotive, die zwar regelmäßig eingebunden werden, erfahrene Genre-Fans jedoch zu keiner Zeit aus dem Sessel kippen lassen.
Dafür lässt man sich für die flachen Figuren ein wenig zuviel Zeit, die Kerle mögen sich nicht, es herrschen Eifersüchteleien, weil der eine die andere Zwillingsschwester begehrt und auch wenn die Figuren vom Verhalten her natürlich erscheinen und wenig mit dem gängigen Kanonenfutter herkömmlicher Grusler gemein haben, schaffen sie es doch nie so recht, eine Bindung zu sich aufzubauen.

Generell bleibt es unspektakulär. Vom ersten Unfall über das regelmäßige Erklingen von Flüsterstimmen und weinender Geistermutter, dem Cop, der seit Jahren die auffällig vielen Unfälle an dieser Stelle protokolliert hat und auch an Übersinnliches glaubt. Dann der huschende schwarze Schatten im Rücken eines Suchenden, ein Traum mit toter Frau im Wasser, Wehklagen unter einem Gully und der hilfreichen Alten, die in einer kleinen Hütte im Wald vor lauter Hilfsbereitschaft auch ein wenig geisterhaft wirkt.
Die wenigen Schauplätze sorgen viel zu selten für eine ansprechende Atmosphäre, zwar arbeitet die Kamera auffallend sauber und phasenweise recht originell, doch die etwas tranige Erzählung mit nur einigen Inserts zum Aufrütteln kommt insgesamt schwerfällig voran.

Zumindest agieren sämtliche Darsteller glaubhaft, was ihnen zum Finale besonders zugute kommt, wenn das Geschehen in die Kanalisation verlagert wird, ein okayer CGI-Geist auftaucht und final noch eine Seele das Zwischenreich verlässt.
Überraschend endet das Treiben zwischen Gewitterschauer und Enthüllung wahrer Gesichter zwar nicht, kann jedoch kleine Hänger gegen Mitte etwas ausbügeln.

Wer in letzter Zeit also bereits häufiger gegrudget hat, wird bei alledem kaum überrascht werden oder gar eine Gänsehaut verspüren. „Km. 31“ ist ohne Zweifel ein austauschbarer, mittelprächtiger Grusler, der seiner Zeit bereits ein wenig hinterher hinkt.
5,5 von 10

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